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Neu-entdeckte Gedichte Ossians
Entstehung
Seite
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138Sulima.Morgen kam sie zum See geschlagenen Ufer, jedenAbend besuchte sie den Platz, wo Kalmar betheurt,sie wieder zu sehen, wenn Glück seine Waffen be-krönte.Manche langen Tage giengen vorüber, ohnevon ihrem Geliebten zu hören; manche einsamenNächte wachte sie am schallenden Ufer, und mengteihre fruchtlosen Seufzer mit den heisern Murmelnder Wellen: Aber sie bekam keine Nachricht vonKalmar.Ahndung von Wehe schwoll in ihrer Brust.Noch einmal wandte sie ihre einsamen Pfade zumMeer umfloſſenen Felſen von Ithon. Langſamgieng sie allein. Ihr liebliches Haupt sank auf ih-ren Busen. Ihre schneeweissen Hände hiengen nach-läßig herab. Der Schleier floß über ihre langengewichtigen Locken, die zu Zeiten die nächtlichenWinde erhoben. Ihr Kleid rollte nachläßig, undlos hinter ihr. Da sie zum einsamen Felsen heran-kam, saß sie auf seiner rauhen Spitze. Eine Fluthvon Thränen entfiel ihrem Auge, und benetzteihren schwellenden Busen. Dort ruhte sie eineWeile; dann warf sie schweigend ihre Blicke über