108Lieder der Tröster.Der großmütige Ronar billigte deine Worte;er liebte den jungen Krieger, und seine standhafteTapferkeit machte ihn noch theurer seinem Herze.Ein allgemeines Freudengeschrei der Jugend vonErin erhob dein Lob bis zum Himmel. Die gan-ze Sammlung ehrte dich mit einem Schwerde,einem glatten Helme, und einem mit Gold einge-schlagenen Schilde.So war dein Ruhm, Oßian, in den Tagendeiner Jugend. Aber Wehmut wächst mit denJahren, und graue Locken sind selten gesellet mitGlücke. Wir haben unsern Theil von Freude ge-nossen. Warum wollen wir die Helden, die wirliebten, überleben. — Fingal, Oskar, Cuthullinsind nicht mehr. Konal, der Tapfere, ist geschie-den. — Aber ihre Namen leben im Liede. DerJäger denkt ihre Thaten. Ihr Gedächtniß ist dersanfte Hauch des Frühlings, der die Thäler vonErin mit Wohlgerüche erfüllt, wann der unge-stümme Winter verschwunden, und der heulendeNordwind zu andern Ländern geflohen.Aber wen seh ich auf jener niedrig hangendenWolke? Sein Antlitz ist herrlich und sanft; sein
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