continuiret werden solle.“ Sie berufen sich darauf, daß der Rathvon Düsseldorf der dortigen Junggesellen=Compagnie bereits 1736für Anschaffung solcher Grenadier=Kappen eine Summe verwilligt habe.Zur Zeit des Großherzogthums Berg gieng die Regierung mit dem Gedanken um, dienoch bestehenden Schützengesellschaften zu Bürgergarden zu organisiren. Auf eine An-frage von Seite des Provinzial=Rathes Grafen von Spee berichtet der Magistrat zuRatingen d. d. 3. Aug. 1807: „Zu Befolgung der Weisung vom 28. July jüngst berichtenwir: — Zu 2. betragen die hiesigen bis jetzt immer von einander abgesondertenSebastians= und Bürgerschützen=Compagnien zusammen an der Zahl beiläufig ad 150Mann. Eine förmliche Organisation derselben nach Art der Düsseldorfer Bürgergardewürde aber den hiesigen Bürgern an ihrem Gewerb und Nahrung gleich nachteiligund aus der Ursache gar verderblich seyn, weil dieselbe durchgehends aus Tagelöhnern,unbemittelten Fabrik-Arbeitern und Professionisten bestehen, welche kaum den unent-behrlichen Unterhalt für ſich und ihre Familien zu verdienen im Stande ſind unddaher die zu einer Uniformirung nach Art der Düsseldorfer Militz und sonst erforder-liche Kosten nicht beischaffen können, ohne den ihrigen den nötigen Unterhalt zu ent-ziehen; die mehriste derselben haben sich zu dieser Compagnie darum begeben, weilhiemit eine Kranken= und Sterbe=Auflage verbunden ist, aus welcher die krankenMitglieder derselben wöchentlich eine Unterstützung erhalten und in Sterbefällen dieBeerdigungs=Koſten hergenommen werden. Aus dieſen Urſachen zweifeln wir auchnicht, daß der größte Theil der hiesigen Compagnien gar keine Lust habe, sich ineine Form von beständiger Bürger=Militz umschaffen zu lassen, welches gewiß beioben angeführten Umständen verderbliche Folgen für sie hervorbringen würde.Die alte Schützengesellschaft in Elberfeld wurde, wie es scheint, im Anfangdes 18. Jahrh. aufgehoben. Gerhard Siebel richtete an den Vorstand der Schützengilde, die sich 1806 gebildet hatte und nach der Vertreibung der Franzosen sichdem Landsturme als eigene Compagnie anschließen wollte, unter dem 2. Juni 1815ein Schreiben, worin es heißt (s. Zeitschrift II. S. 279): „Diese neu zu bildendeSchaar wird uns an jene würdigen Schützengilden unserer Väter in den ver-floſſenen Jahrhunderten erinnern, die ſtets im Augenblicke der Gefahr zur Vertheidigung des heimatlichen Bodens die Waffen ergriffen. — So hatte auch unsereStadt ehedem ihre privilegirte Schützengilde, sie war die Stiftung der altenBurgherren von Elberfeld, die an der Spitze der Schützen wöchentlich einmal zurUebung auszogen (1). Sie hat lange Jahrhunderte beſtanden, bis vor etwas mehrals hundert Jahren die damalige Landesregierung, die es nicht gerne ſah, daß derBürger sich in den Waffen übte, einen Vorwand ergriff und sie aufhob.“ Inwie-fern dieses richtig ist und unter welchen Umständen die Aufhebung der hiesigenSchützengesellschaft erfolgt, habe ich bis jetzt noch nicht ermitteln können.Von den Einladungsschreiben zu den Schützenfesten des 17. Jahrh., welchefast alle unter einander genau übereinstimmen, lasse ich das aus Elberfeld buchstäblich getreu abdrücken.ErnAchtpare vorsichtige Ersame vnd Weise auch Ernhaffte vnd Erbareinsonders benachbarte liebe Hern vnd gute freünde,Negst vnserer freundtwilligen erbietung vnd anwunschung alles guten mogenwir E Ers: W: vnd euch wolmeinent nit verhalten, Was massen die ErnAchtpare vnd Erbare Burgermeister vnd Raath, neben Schutzenkonig vnd einer
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