alsolcher Exercitien kein guter Schutz zur Kriegszeit zuverhoffen(Ars enim bellandi dum non praeluditur, cum necessaria erit,non habetur), Und ferner an anderen orthern nicht allein mehrgedachte Exercitia zugelaßen, Sondern auch mit vorgesetztem Preißbefurdert, und dapferem Geschenck verehret werden, Wie dan auchunser Gnediger Fürst und Herr Hertzogh Johann 2c. die jungeGesellen unser benachbarter Statt Dußeldorff negstabgelauffenenSommer, neben anderen ihrer Gnaden Verehrungen, mit der stätlichster Hochzeits Fahnen*) herlicher Weise begabet hat — Alfgelanget demnach an E. Gst unser aller einmutig pittlich gesinnen,Eß woll dieselbe zu bestettigung und mehrer zierdt dieses vorgenom-menen Schutzenspiels unß den Statt Fahn auff bestimpten taghzufuhren vergünstigen.“Wir entnehmen dieser Bittschrift, daß in Ratingen imSommer 1588 zum erstenmal ein Festschießen beabsichtigt wurde unddaß solche in „nächstbeiliegenden“ Orten bereits im Schwang waren,wie denn 1587 eines in Düsseldorf abgehalten und dabei denSchützen vom Herzog Johann eine Fahne für diese Festlichkeitengeschenkt war.Die folgenden Documente aus dem Anfange des 17. Jahrh.beweisen, daß die Schützengesellschaften in den Bergischen Städten,Freiheiten und Flecken gemeinsame Festschießen feierten, bei welchendie Preise in „Kleinodien von dem besten Colnischen Zinn“ bestanden. Diese Feste wurden jedesmal an dem Ort abgehalten, dessenSchützengesellschaft das vorige Mal den Ehrenpreis (das Kränzlein)davon getragen hatte.**) Geschossen wurde mit der Armbrust „infreiem Feld von lose Hand und stracks Arms, ohn einige Hinterlist,Falschheit und Betrug, zu sieben underscheidliche Zirkel, wie Schutzenordnung gemäß und breuchig ist.“ Die Länge der Schießbahnwird in den Einladungsschreiben genau angegeben, auch ein Ring(vielleicht auf Papier gezeichnet) beigelegt, um die Größe der zuläs-sigen Pfeile mit ihren „Feiren*) zu bezeichnen. So heißt es*) Hochzeit steht hier im alten Sinne von Festlichkeit.**) Ebenso war es bei den Schützenfesten in Mittel= und Unterfranken.S. L. Bechstein Deutsches Museum II. S. 295.***) Fyren, Feiren, aus hochdeutsch Fiedern (vgl. Frisch 1, 265: DieFiedern, die Federn am Holze der Pfeile, alae; daher das Verb fiedernpennis instruere sagittas a. a. 0.) waren an dem untern Ende der Pfeileund Bolzen schräg gegeneinander eingefalzte Blättchen von Holz. S. BartholdSoest S. 280 Anm. 2
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