ⁿ⁰Zureden der Naemi, das Beyspiel ihrer Schwäge-rinn Arpa, die bey aller Herzensgüte weniger innigempfindet und weniger fest handelt, dies alles ver-mag nichts über sie. Sie fürchtet sich nicht vorNoth. Sie leidet und arbeitet getrost, um ihreFreundinn zu nähren. O leset doch, was so ein-fach und rührend gleich im ersten Capitel unsrerFamiliengeschichte geschrieben steht. Kehret doch wie-der zurück, spricht Naemie zu ihren Schwiegertöch-tern, eine Jede in ihr mütterliches Haus, der Herrthue an euch Barmherzigkeit, wie ihr an den Tod-ten und an mir gethan habet. Und nun umarmtsie ihre Geliebten um Abschied zu nehmen. Aber siebrechen in Thränen aus und sprechen: nein, wirwollen mit dir zu deinem Volke gehen. Auf langesZureden entschließt sich endlich die eine von ihnen,Arpa, zurückzubleiben, sie geht mit Thränen inden Augen zurück. Aber Ruth bleibt. Siehe, sprichtNaemi zu ihr, deine Schwägerinn ist zu, ihremVolke zurückgekehrt, kehre du doch mit ihr zuruͤck.Rede mir nicht darein, antwortet Ruth, daß ichdich verlassen und umkehren sollte. Wo du hin-gehst, dahin gehe ich auch, wo du bleibest, dableibe auch ich; dein Volk ist mein Volke und deinGott ist mein Gott; wo du stirbst, da sterbe ichauch und da will ich auch begraben werden; Gottsey mein Zeuge, nur der Tod soll mich und dich
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