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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
313
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S15läßt sich von ihrem gewiß ernstlich überlegten Vor-satze nicht abbringen. Sie hatte sich nicht von demVerstande und Rathe Anderer abhängig gemacht,sondern sie dachte und überlegte alles, was sie be-denken und überlegen konnte, selbst. Ihre Vorsätzewurden nicht durch die Meinungen Anderer bestimmt,sondern sie war von eigenem Entschlusse. Ihre Nei-gungen richteten sich nicht nach den Neigungen An-derer, sondern sie hatte einen eigenen Sinn, eineeigene Denkungsart, einen eigenen Character. Undwenn sie einmal etwas beschlossen hatte, so ließ siesich auch nicht aufhalten, das Beschlossene auszufüh-ren; dann scheute sie keine Hindernisse und Schwie-rigkeiten, keine Unannehmlichkeiten und Leiden. Indem einmal angefangenen Werke fuhr sie unermüdetund treulich fort. Die saure Arbeit, wodurch sieihrer Mutter beysprang, wurde ihr nie so schwer,daß sie sie hätte fahren lassen. Das Wort, das sieihr gegeben hatte, ihr zu folgen bis in den Tod,hielt sie mit unverbrüchlicher Treue und daher konn-te sie auch nichts von derselben abwendig machen.Mit gelaſſenem Herzen, mit ruhiger Ueberlegung,mit sorgfältiger Vorsicht, mit unermüdeter Thätig-keit und einer seltenen Standhaftigkeit setzte sie esdurch, sie allein, in der Zeit des Kriegs und derTheurung, die Ernährerinn und Pflegerinn des Hau-ses zu seyn. Im Vertrauen auf Gott war sie stark