✋⸸bens — hier soll ich lernen, dulden, üben, Ge-fahr der Sinne scheun, mich kennen, Gott imMenschen lieben, zur Erndte Saamen streun; hiersoll mein Geist zu Kraft gedeihen, gebildet wirder hier: einst flieg' ich in verklärten Reihen, Vol-lendung, näher dir.“ Und muß es ihm nicht beyeiner solchen Ansicht der Dinge leichter seyn, demLauf der Welt ruhig und gelassen zuzusehen? Wirder wohl aus der Fassung gebracht werden, wenn erden einen oder andern Verlust erleidet? Wird erwohl muchlos trauern und verzagen, wenn ihnirgend eine Trübsal überfällt? Wird er nicht denUnbestand und Wechsel der Dinge mit gefaßter Seeleund mit ruhigem Gleichmuthe ertragen? Wird ernicht auch bey heftigen Unglücksschlägen ruhig undſtark bleiben und mit dem frommen Aſſaph getroſtund heiter sagen können: dennoch bleib ich stets andir, denn du hältst mich bey meiner rechten Hand,du leitest mich nach deinem Rath und nimmst michendlich zu Ehren an! — Ja wahrlich, meineFreunde, wenn irgend etwas ist, so ist es die Re-ligion, der lebendige innige Glaube an Gott undVorſehung, der den Menſchen mit den Schickſalender Welt zufrieden stellen, ihm die Erde mit ihrenGütern und Uebeln in ihrer wahren Gestalt zeigenund dadurch die Heiterkeit des Geistes in ihm bei.gründen kann.
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