280#A, Wenn von Hindernissen des hei-tern Sinns die Rede ist, so meyne ich theilsinnere Hindernisse von Seiten unsers Körpers undGeistes, theils äussere von Seiten äuserer Umstände.Sie ſind von einem ſo wichtigen Einflusſe, daß alleunsre Bemühungen um Heiterkeit vergeblich seynwürden, wenn wir sie nicht verhüteten oder weg-räumten.1) Schon von Seiten unsers Körpers könnenuns dergleichen wichtige Hindernisse im Wege stehen.Menschen, die einen schwächlichen, kranken Körperhaben, sind reitzbarer und empfindlicher; sie em-pfinden alles Unangenehme leichter und tiefer; sienehmen sich alles, was ihnen begegnet, mehr zuHerzen; werden daher auch leichter aufgebracht;sind geneigter zum Zürnen; geneigten zur Verdrieß-lichkeit; versinken leichter in Traurigkeit und Mis-muth. Das ist eine Erfahrung, welche sich aus derNatur des Menschen sehr leicht erklären läßt. Nem-lich der Körper und die Seele stehen in der allerge-nauſten Verbindung; ſo daß ſie den entſchiedenꝺſkenEinfluß auf einander haben. Der Geist fühlt denKörper, worin er wohnt; die Gemüthsstimmung rich-tet sich nur gar zu haͤufig nach der Stimmung desKörpers. Es sind gewiß sehr seltene Menschen, diesich mit ihrer Seele über den Zustand ihres Körperserhoben haben. Daher sind es auch nur Ausnahmen
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