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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
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54272stände nicht sehr leicht seyn konnte. Sein Tempera-ment machte ihn lebhaft. Er hatte einen weitenWirkungskreis; viele Menschen suchten bey ihmRath, Trost und Hülfe und er sorgte für viele. Vonden frühen Jahren seiner Jugend an arbeitete er an-haltend, er arbeitete vom frühen Morgen bis zumspäten Abend. Sein Körper war zart und zart warseine Seele. Es gieng ihm nicht alles nach Wunsch;denn seine Kräfte schwanden und seine Gesundheitwelkte unter seinen anstrengenden Arbeiten und lie-fen Gedanken. Und was das schmerzlichste Herzeleidfür ihn war: seine Gattin ward durch einen Un-glücksfall für ihr ganzes Leben aufs Krankenlagergelegt. Er fühlte tief in seiner Seele die Quaal sei-ner Gattin, fühlte merklich seine eigenen Kräfte nochfrüher als die ihrigen verschwinden; aber nie hatein anhaltender Kummer seinen Geist getrübt. Ichsah ihn oft, aber nie war Verdruß und üble Launeauf seiner Stirn, nie ließ er die Menschen um sichher mit ſich leiden. Wo er war, da war Freude,da schwand die Traurigkeit. Heiter blieb er bis inſein Alter. Mit Frohſinn wirkte er noch mit denUeberbleibseln seiner Kräfte für die Wohlfahrt derMenſchen. Mit Munterkeit erzählte er noch von denFreuden, dse ihm in seiner Jugend, unter seinenFreunden, zum Theil hier in unſerer Stadt, woer sich den Wissenschaften widmete, zu Theil wur-