2695nes Blatts wie vor dem jüngsten Gerichte zittern.Nur ein gründlicher, fester, lebendiger Glaubewirkt Zufriedenheit. Wer an Gott und an Unsterb-lichkeit glaubt, wer in diesem Glauben fest steht undihn mit Eifer und Wärme behauptet, gleichwie einweiser und wohlgerüsteter Kriegsheld die Festung,worin er sich verschanzet; der nur, nur der alleinsieht mit Ruhe dem Schicksal zu. Er sieht denFeind, der ihm ſeinen Glauben und mit demſelbenseine Ruhe und sein Glück rauben will; aber er istgetrost. Kein Schicksal kann ihm schaden, weil erfest steht und keinen Mangel hat. Er sieht in dieZukunft hinein; aber er fühlt sich versorget. DerMensch mit festem lebendigem Glauben weiß sich inalles zu fügen; mit sanfter Ergebung unterwirft erſich in den Willen des, an den er glaubt; mit zu-versichtlicher Hoffnung erwartet er die Auflösung irr-discher Räthsel in jener Welt. — Aber um zu einemgründlichen Glauben zu gelangen, muß man nach-denken, oft nachdenken, tief nachdenken, mit wahr-heitsbegierigem Herzen nachdenken, mit Entmüthig-keit die gefundene Wahrheit annehmen und beherzi-gen. — Um zu einem lebendigen Glauben zu ge-langen und ihn zu bewahren, muß mun nicht alleinsichere und feste Ueberzeugung haben, sondern auchſein Herz für die Ueberzeugung des Verſtandes öfftnen, sich vor zu häufigen Zerstreuungen häten,
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