64268meisterk, dem werden sie zu gewaltig; haben sieeinmal einige Stärke bekommen, so zerreissen sieleicht den Zügel der Vernunft und bringen den Men-ſchen um alle Stille, um allen Frieden.Zur Heiterkeit des Geistes muß Zufriedenheit mitsich selbst zur Grundlage dienen; mit sich selbst zu-frieden wird man nur durch eine gewissenhafte An-wendung seines Lebens und seiner Kräfte;und dazu gehört viel. Wie geneigt ist nicht derMenſch oft, ſeine Stunden, ja ſeine Tage zu ver-schwenden, zu vertändeln, zu verträumen. Wie oftläßt er sich verleiten, seine Zeit wohl gar zu misbrau-chen und zu etwas Argem anzuwenden! Jede Erin-nerung aber an eine schlechtverbrachte oder unnütverbrauchte Stunde ist ein Wurm, der an der Hei-..7terkeit nagt. —Wer heiter seyn will, muß auch mit dem Schick-ſal zufrieden und in Anſehung der Zukunft getroſtseyn. Und dazu wird ein fester und lebhaftwirkender Glaube erfordert. Was man ge-wöhnlich Glauben nennt; ach! das thut dieſe Dien-ſte nicht. Der gemein alltägliche Glaube iſt nur einAushängeſchild, iſt nur ein ſilberner oder goldenerBeleg um das Kleid, womit man zeigen will,daß man auch zur Zunft gehöre. Der Mann,der ihn trägt, kann dabey im hohen Grade mis-vergnügt seyn, kann dabey vor dem Rauschen ei-
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