534Ach, was wollen wir dazu sagen, meine Freundewenn wir uns dieses Register unsrer herrschaftlichenPflichten vorhalten? Wie wenig thun wir oft vondem Vielen, welches ich hier genannt habe? Wieoft verleiden wir unsern Untergebenen die Arbeit!wie oft bestärken wir sie in der Trägheit! wie weniglehren wir sie oft von der Verwaltung des Hauswe-fens! wie gleichgültig und nachgiebig sind wir oftbey ihrem Leichtsinn, bey ihrer Vergnügungssucht,bey ihrer Eitelkeit! wie oft geben wir selbst ihnenAnlaß zu solchen für das Glück des häuslichen Lebensso gefährlichen Untugenden, durch unser Reden, Durchunser eigenes böses Exempel, durch Mangel an Auf-sicht, und durch böse Lehren, die wir ihnen geben!Hier sey uns doch der reiche Boas wieder in seinemBetragen gegen seine Diener ein nachahmungswür-diges Exempel. Sehet doch, wie er seine Unterge-benen in steter angemessener Beschäftigung erhält.Er sendet sie auf, den Acker zur Arbeit. Er siehtihrer Arbeit zu und ermuntert sie durch seine theil-nehmende Gegenwart. Er belebt ihren Frohsinn undsieht es gern, wenn sie bey ihrer Arbeit freudig undvergnügt sind. Er überlegt mit ihnen die Arbeit undgiebt guten Rath. Liebreich begrüßt er sie auf demFelde: der Herr sey mit euch! Und froh vernimmter den Gegengruß seiner fröhlichen Schnitter: derHerr segne dich! Sorgsam erkundigt er sich nach
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