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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
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219
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2195andern den Vorzug der Stärke der Gesundheitund des Verstandes; dazu lebt der eine vor demandern in einer günstigern Lage, in glücklichern Ver-bindungen. Und so verschieden sind darum die Ge-schicklichkeiten, die wir uns haben erwerben können;der eine thuts dem andern in seiner Kunst, in sei-ner Handthierung, in seinen Kenntnissen und Ein-sichten zuvor: so daß es nicht wohl anders kommenkann, als daß sich auch einer vor dem andern mehrGüter, Ansehen, Gewalt und Herrschaft erwirbt.Ja, wenn wir auch alle unter einander aufs neuegleich gemacht würden, so könnte diese Gleichheitdoch nur eine kurze Zeit währen und bald würdenwieder Reiche und Arme unter einander seyn.Wenn wir doch hierbey nur stets bedächten, wasder weise König hinzusetzt: der Herr hat sie allegemacht. Wenn wir doch erwögen, daß Reichthumund Armuth, Hochseyn und Niedrigseyn dem Men-schen vor Gott keinen größern oder geringern Werthgebe, daß Gott über uns alle ohne Unterschied derHerr sey und daß wir alle von ihm abhangen undin seinem Reiche sein Werk wirken müssen!Aber diese große Weisheit vergessen wir im täg-lichen Leben nur zu oft. Der Arme kann sich häu-fig gar nicht darin finden, daß er so wenig besitztin Vergleich mit dem Ueberflusse des Reichen, undmisgönnt diesem seinen Reichthum. Der Reiche