216#lassene Wittwe wieder unter ihren alten Bekanntenerscheint. Von Gott leitet sie die treue Anhänglich-keit der Ruth und die Gaben des Boas her. VonGott erwartet sie alles, was ihr früh und spät nochbegegnen wird. Und von dem Gotte, den sie mitihrem gläubigem Herzen verehrt, kann sie keine an-dern Fügungen erwarten, als die von wahrer Weis-heit und Liebe beschlossen und verhängt werden.Stehen nicht auch für uns diese beyden Quellender Beruhigung und Stärkung zu jeder Zeit offen,meine Freunde? Können nicht auch wir durch Recht-thun unser Gemüth stark und durch Glauben unserHerz ruhig machen? Und giebt es wohl irgend et-was in der Welt, das mehr im Stande wäre, dasGlück unsers häuslichen Lebens fester zu gründen,als diese gewissenhafte Pflichterfüllung und dieses de-müthige Ergeben in den Willen der über uns mitWeisheit und Liebe waltenden höhern Macht?Höret, Geliebte, oft dünkt uns in den Fügungen desLebens ein Uebellant zu seyn, weil wir fremde Tö-ne in Gedanken haben und damit die Töne desSchickſals nicht vereinigen können. Der Kenneraber fühlt hier keinen Uebellaut, sondern er findetalles, was das Schickſal hervorbringt, wohllautendund gut. Wir sollten nur die Kunst lernen, daswas uns als Uebellaut tönt, richtig aufzulösen undzu empfinden, daß dadurch die Harmonie unsers
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