Druckschrift 
Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
186
Einzelbild herunterladen
 

44186Besten und kann sich daher, nie trost= und hülflosglauben. Wenn die Noth am größten ist, so fühlter Gottes Hülfe am nächsten. Wenn auch gegenden Schmerz der Leiden nicht augenblicklich Linde-rung und Trost sich zeiget, so weiß er es aus man-cherley Erfahrungen, daß die alles ändernde Zeitvon Gott eine Kraft bekommen hat, die allmähligjedem Schmerze ſeinen Stachel, allen Leiden ihreBitterkeit nimmt.Es ist leicht einzusehen, wie viel dieser Glaubean Gottes alles wohlmachende Regierung, an seinenunausbleiblichen Trost und Beystand und an dasglückliche Ende, welches er zuletzt allem Leidenmacht, dazu beytragen muß, das unruhige Herz zustillen und den Muth gegen die Widerwärtigkeitenzu beleben. In diesem Glauben liegt für den Ar-men ein köstlicher Reichthum, für den Schwacheneine mächtige Kraft, für den Wankenden eine starkeStütze, für den Verwundeten ein wohlthuender Bal-sam. Die weisesten und besten Menschen haben dieWohlthätigkeit dieses Glaubens zu jeder Zeit erkannt,sie haben es durch Wort und That gelehret, daß deran Gott glaubende redliche Menſch nichts Böſes zubefürchten habe, sondern auch unter den größten Wi-derwaͤrtigkeiten ruhig und getrost sein Werk wirkenkönne. Welche Menschen waren es auch, die dieschwersten Thaten am eifrigsten verrichten konnten?