17594und doch freuen wir uns, daß er nicht verschuldetesUnglück trägt; wir sind begierig, den Ausgang zusehen; wir wünschen und hoffen, daß der schmerzli-che Kampf sich bald endigen möge; wir achten undbewundern die Treflichkeit, die sich in diesem Kam-pfe grade am herrlichsten offenbart; wir sehen miteiner zwar wehmüthigen, aber erhebenden Freudedie Kraft des unvergänglichen göttlichen Geistes, derin dem Menschen ist, womit er sich so ruhig undImuthig dem Leidenskampfe unterzieht.Auch diesen Anblick, meine Freunde, gewährtuns die Familiengeschichte der Ruth, besonders ander Person der Naemi. Es ist rührend, wie dasunglückliche Schicksal sie so lange und so empfindlichverfolgt; und es ist bewunderswürdig, daß sie die-ſem unglücklichen Schickſale ſo viel Ruhe und Staͤrke..entgegensetzt.Siehe, sie muß ihr Vaterland verlassen, — mußmit ihrem Gatten und mit ihren beyden Söhnenauswandern, um dem Mangel und der Hungers-noth zu entgehen, — muß im fremden Lande, un-ter fremden Menschen, unter einem Volke, welchesihrem Volke nicht gewogen ist, ihr tägliches Brodtmühsam suchen, — sie findet ihr Brodt und danktmit ihrem Gatten und ihren Kindern Gott, undnun nimmt ihr der Herr über Leben und Tod, des-sen Gedanken nicht unsre Gedanken sind, ihren Gat-
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