Druckschrift 
Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
141
Einzelbild herunterladen
 

141#ter zu ihrer Mutter (Cap. III, 5). Kehret dochin eure Heimath zurück, sage Naemi zu ihren bey-den Töchtern, als sie Abschied von ihnen nehmenwollte, kehret doch wieder um, meine Töchter, wa-rum wolltet ihr mit mir gehen? Der Herr thue aneuch Barmherzigkeit, wie ihr an den todten Freun-den gethan habet und an mir! (Cap. I, 8.) Wo-hin du gehst, dahin gehe auch ich, nichts soll michvon dir trennen, wo du stirbst, da will ich auchſterben; ſo antwortet tröſtend Ruth der unglücklichenverlassene Wittwen. (Cap. I, 16. 17.) Mach dichherzu, wenn es Essenszeit ist, spricht der liebreicheBoas zur Ruth, und mit meinen Schnittern.(Cap. II, 14.) Und zu den Schnittern sprach derliebreiche Haushere: lasset für sie etwas liegen auf-zulesen und beschämet sie nicht. (Cap. II, 15. 16.)Halt deinen Mantel her, spricht der Menschenfreundzu der armen Wittwe, die für die noch ärmere ver-wittwete Mutter sorgt, und er maß ihr sechs MaaßGerſte hinein, als Niemand es ſah. (Cap. III, 15.)Es bedarf nur dieser wenigen Züge, um es zu em-pfinden, was für ein Geist unter diesen Menschenwohnt, um es einzuſehen, daß hier Mutter undTochter, Herr und Diener, Freunde und Verwand-ten im Bunde der aufrichtigsten und zärtlichsten Lie-be stehen. Es bedarf aber auch wahrlich nur einesBlicks in die liebreiche Familie, um es auch inne