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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
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136
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13666Freunde so bieder, aufrichtig und herzlich sind,trauen diesen so leicht keine Tücke und Feindseligkeitzu. Liebreichen Menſchen ſieht man es in ihremganzen häuslichen Leben an, daß sie zu ihren Haus-genossen gutes Vertrauen haben; sie blicken sie mitbiedern Augen an; lauern ihren Schritten und Trit-ten nicht mit Spürblicken auf, versehen sich zu ih-nen alles Gute; befürchten von ihnen keine Kräu-kung, keine Unwahrheit, keine feindselige Gesinnun-gen; mit offnem Herzen und offnem Blicke undoffner Rede theilen sie mit den ihrigen ihr Lebenund leben um dieser Liebe willen mehr als doppelt.Wenn sie aber argwöhnisch nur Böses vermutheten,von allen denen, die sie umgeben, Böses befürchte-ten und gleich den Spinnen, die in den Winkelnder Häuser sich verweben und Gift an sich saugen,stets Arges ausspürten, dann hätten sie die Liebenicht.Auch bey dem wirklich Fehlerhaften und Argen,welches sie gewahr werden, verläugnen sie den Geistdes liebreichen Wesens nicht; da heißt es nemlich,wie der Apostel sagt, die Liebe verträgt al-les, sie hofft alles. Wer wird es im häusli-chen Leben wohl erwarten, daß da keine Fehler wer-den begangen, daß keine Mängel und Schwächensich zeigen, daß alle Hausgenossen gleich gut undtreu, gleich thätig und freundlich, gleich einsichts-