12164Glück des Andern mit so neidischen Augen ansehen?Warum, mit so beklommenem Herzen sein täglichesWerk wirken? Es iſt ein großer Gewinn, wennman gottselig ist und sich genügen läßt, sagt Pau-lus (1 Tim. VI, 6.) Und Sirach sagt (XIV, 9.)ein vortheilischer Mensch, der sich nicht genügenläßt an seinem Theil, kann vor Geitz nicht gedeihen.Das kann er auch nicht! Wer in seinem ganzenTichten und Trachten nur darauf ausgeht, seinenzeitlichen Vortheil zu suchen, sein Haab und Gut zuvermehren, Ueberfluß zusammen zu bringen, und niegenug hat, der verriegelt sein Herz — wie für jedeedlere Gesinnung — so auch für wahre innige Freude.Weg daher mit allen diesen den Frohsinn zerstö-renden Leidenschaften! Lasset uns einer edlern undvernünftigern Denkungsart, einem bessern SinnePlatz machen, der unser Herz und Haus der Freudeöffnet, ich meyne ausser der Genügsamkeit auch noch einstilles Vertrauen auf Gott unsern Vater. „Obdir's sauer wird mit deiner Nahrung und mit dei-nem Ackerwerk, sagt Sirach, (VII, 16.) das laßdich nicht verdrießen; denn Gott hat es so geschaf-fen.“ „Vertraue Gott und bleibe in deinem Be-rufe.“ (XI, 21.) Er ist es, der uns unser Tage-werk aufgiebt; Er ist es, der uns zum Vollbringendesselben Kräfte schenkt; Er ist es, dessen Licht unsbey unserer Arbeit leuchtet, dessen Sonne uns auf
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