104#tigkeit wählen zu können, da beschloß es der eigen-mächtige Wille ihrer Eltern, daß sie grade diesemBerufe gewidmet seyn sollten. Man nahm bey die-sem Beschlusse vielleicht nur wenig auf sie und ihreNaturgaben Rücksicht, man dachte vielleicht nur ansich selbst, oder an den Stand, oder an den Er-werb, oder an die zeitliche Ehre, oder vielleichtgar an Nichts. Mancher Andre wurde durch einenbloßen Zufall oder durch ein unglückliches Schicksalin den Stand und in die Geschäfte gebracht, woriner jetzt ohne Freude thätig seyn muß. Und wenndies bey Jemanden der Fall ist, dann darf es unsgar nicht befremden, daß er mit Widerwillen undMisvergnügen sein Tagewerk wirkt. Aber die Re-gel muͤſſen wir aus dieſer Erfahrung entnehmen undbeherzigen: wenn wie unsre täglichen Be-rufsarbeiten mit Freudigkeit wollenvollbringen können, dann müssen wirin der Wahl unſers Berufs vorſichtigseyn. —(hns.1) Allein wir leben in einem Zeitalter, wo es durchden Zustand der Gewerbe und die hochgestiegeneTheurung dahin gekommen ist, daß wir uns schonsehr früh, schon früher als wir hinreichende Erfah-rung, Einsicht und Ueberlegung haben, einem Stan-de und Berufe widmen müssen. Die Zeiten, da esEltern leichter wurde, ihre Kinder zu ernähren und
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