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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
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92Der Anblick dieser Vollkommenheit ist einladend; esreitzt, wenn man sieht, wie weit es Menschen ge-bracht haben und wie weit man es bringen kann.Aber lassen sich nicht Viele durch diesen Anblick ver-führen, sich über ihre Kräfte hinaus zu wagen?streben nicht Viele zu weit? legen es nicht Vielebey ihren Bemühungen um Kenntnisse und Geschick-keit zu hoch an? ist es nicht zu Viel, was sie zuerreichen unternehmen? machen sie es sich nicht da-durch selbst unmöglich, in irgend einer Kenntnißoder Geschicklichkeit gründlicher und vollkommner zuwerden? Kann Einer wohl Alles? Wir sind Men-schen von beschränktem Verstande und von beschränk-ter Kraft: wir müssen in dem großen Felde desWissens und der Kunst an einem bestimmten Orte unshalten, wenn wir nicht Gefahr laufen wollen, alsunnütze Schwärmer erfunden zu werden, die überallwaren und nirgends etwas zu Stande brachten.Dazu kömmt noch das, daß wir alle Glieder desgroßen Menschenstaates sind, worin einem Jedensein besonderes Werk angewiesen ist: die zur glück-lichen Vollbringung desselben erforderlichen Kennt-nisse und Geschicklichkeiten uns zu eigen zu machenund uns der weisen und guten Vollbringung dessel-ben ganz zu widmen, das muß unser hauptsächlichesBeſtreben ſeyn. Darinn beſteht die löbliche Einfalt,die wir auch in unserm Streben nach Kenntnissen