86*setzen, hätte ihr nicht in verborgener Stille den Schooßmit Wohlthaten für die ärmere Mutter gefüllt.Ruth und Naemi waren arm; aber sie trachtetennicht nach großem Besitze und nicht nach glänzenderEhre; nur Nahrung und Kleidung, Obdach undSchutz wünschten sie sich, und ihr ganzes Leben be-rechneten sie, wie Boas, nur darauf, mit stand-hafter Treue und Thätigkeit auf dem Wege derRechtschaffenheit zu wandeln. Wahrlich, dieser istauch der einzige sichere Weg zur wahren Ruhe undZufriedenheit. Auf diesem Wege kömmt man nichtin Verlegenheit und beunruhigende Ungewißheit;denn es ist ein Leichtes, zu wissen, was zu thunrecht und unrecht sey. Hier hat man nicht Ursache,mit sich selbst uneinig zu werden; denn ein zuverlä-ßiger Wegweiser begleitet uns stets in unserm Ge-wissen, der uns überall und immer richtig, nieund nirgends in die Irre führt. Wer nur diesenWeg zu verfolgen im Sinne hat, der hat stets einfestes Ziel, welches er in jeder Lage und unter al-len Umständen erreichen kann. Möge das Schicksalihm reichlich oder kärglich zutheilen, möge es ihnerheben oder erniedrigen, möge es ihm geben oderrauben, möge es ihn mit Wohlthaten oder mit Züch-tigungen überhäufen: er kann im Unglücke wie imGlücke auf seiner Bahn bleiben. Das Bewustseyn,seinem vorgesetzten Zwecke näher zu kommen und mit
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