#nes thörichten abergläubischen Gelübdes willen seineeinzige Tochter auf. Ein Simson opferte seineGeſundheit und Kraft einem Weibe, das von derBahn der Tugend gewichen war, und übte sich mitwildem Herzen in den rohesten Thaten. Ein Mi-cha bestahl seine Mutter und erbaute mit ihr nach-her von dem gestohlnen Gelde einen Götzentempel.Ein Levit zerhieb sein entehrtes Weib in zwölf Stü-cke und sandte sie an die zwölf Stämme Israels,um sie zur Rache gegen die Ehrenschänder aufzufor-dern. Ein Eli war sorglos in der Regierung undsah es mit gleichgültigen Augen an, wenn seine un-gerathenen Buben mit dem Volke und mit dem Hei-ligthume Muthwillen trieben. Kann wohl irgendein Zeitalter verderbter und gefährlicher seyn, alsdieses war? Kann zu irgend einer Zeit mehr Zügel-losigkeit herrschen, als damals? Kann die Verfüh-rung wohl jemals größer werden, als in einer Zeit,wo die Menschen verwildert sind, wo die Bosheitihren Gipfel erreicht hat, wo an die Erziehung derJugend nicht gedacht wird, und wo man sich denunbändigsten Begierden und den rohesten Lüsten freyüberläßt.00Welch eine auffallende Erſcheinung! Grade dieſesgräuliche Zeitalter ist es, worin wir die liebenswür-digſten Menſchen leben finden. Ruth, Naemi undBoas, diese guten reinen Seelen leben im Lande
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