28#den Götzen. Die entehrendste Unwissenheit und dieschändlichste Verblendung nahmen zu, statt abzuneh-men. Recht und Gerechtigkeit wurden zusehends ver-letzt. Statt dessen aber zeigten sich alle Früchte desrohen und ungezügelten Lebens. Sie sind euch jawohl aus dem Buche der Richter bekannt, die Exem-pel des empörendsten Aberglaubens, der rohestenWildheit, der schändlichsten Betrügerey und der fürch-terlichsten Grausamkeit. Ein Ehud, der dem Kö-nige der Moabiter im Namen Israels für den er-kauften Frieden eine jährliche Abgabe zu überbringenhatte, nahte sich demselben mit verstellter Gebehrde,hieß alle, die um ihn waren, sich entfernen, als hätteer geheime Aufträge an ihn, und stieß ihm meu-chelmörderischer Weise ein zweyschneidiges Schwerdtin die Brust. Eine Jael verläugnete alles weibli-che Gefühl, nöthigte einen feindlichen Heerführerfreundlich in ihre Hütte, schläferte ihn ein mit be-rauschendem Getränk, und schlug ihm einen Nageldurch die Schläfe, daß er nicht wieder erwachte.Ein Gideon ließ in einer Stadt die Aeltesten mitDornen zerschlagen und in einer andern Stadt dieVornehmsten erwürgen, weil sie ihm auf seinenDurchzügen Brodt für sein Volk abgeschlagen hatten. Ein Abimelech dingete leichtfertige Men-ſchen, um ſeine Brüder, die ihm im Wege ſtan-den, zu ermorden. Ein Jephtha opferte um ei-
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