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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
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9516gienge. 2) Hör an; Boas, unſer Verwand-ter, bey dessen Mägden du gewesen bist,siehe, der worfelt diese Nacht Gerste aufseiner Tenne *): 3) so bade dich, salbedich, **) lege deine Kleider an und geh hin-ab zur Tenne, laß dich aber nicht eher vordem Manne sehen, bis er abgegessen undgetrunken hat. 4) Und wenn er sich zurRuhe legen will, so merke dir den Ort, woer liegt; dann geh zu ihm, und decke zuseinen Füßen auf und lege dich hin, sowird er dir schon sagen, was du thunsollst. 5) Sie antwortete: alles, was dusagst, will ich thun.***) 6) Und nun giengsie zur Tenne hinab und that alles, was*) Die Morgenländer dreschen ihr Getraide auf freyemFelde durch besondere Dreschmaschinen, welche vonOchsen gezogen werden.**) nach der Mode der morgenländischen Frauenzimmer.***) Was hier Ruth und Naemi thun, muß durchausnach der damaligen Denkungsart und Sitte, so wienach dem mosaischen Rechte, und nicht nach unsernSitten und geläuterten Grundsätzen, beurtheilt wer-den! Was damals nichts Unschickliches war, ist jetztdie sündlichste Koketterie. Ländlich, sittlich!