⸸3⁰⁹sinns herauszuziehen; wo Andre oft nur wenig ge-dacht, noch weniger gethan haben; da zieht er dieBewunderung und Achtung der weisesten und treflich-sten Menschen auf sich; da hat er schon mehr aus-gerichtet, als — saget, wie Viele — bis ins höchstund heiterste Greisesalter ausgerichtet haben, da istEr, ja in dieſer Blüthe des Lebens, da iſt Er anSeele so groß, so stark, an Verdienst so reich, daßer mit Recht die Namen verdient: Rath, Kraft,Held, Ewigvater, — Friedefürst!VI. Friedefürst! — Ist es nicht, als fühlteman sich bey diesem Namen zu ihm hingezogen? —Es gebührt ihm dieser Name; denn er war derwohlwollendste, der liebevollste Frieden, Ruhe,Trost, Heiterkeit, Labsal, Hofnung zu brin-gen, darauf giengen alle seine Bemühungen. Undseine Liebe war nicht, wie so häufig bey uns Men-schenkindern, Weichlichkeit und Schwäche ohne Werth,sondern ernste und aufrichtige Neigung für das BesteAnderer zu wirken, gegründet auf Achtung gegenihre Menschenwürde. Eine solche Liebe lehrte ervom Antritte seines Lehramts an bis zu seinem Tode.Menschenliebe nannte er nächst der Gottesliebe diehöchste Pflicht. Und noch am letzten Abend seinesLebens wußte er seinen Jüngern nichts wichtigereszu sagen als dies; das ist mein Gebot, daß ihr
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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309
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