290•Er ist der Sohn einer dürftigen Mutter, welchein der ärmlichen Hütte ihres Gatten, eines Zim-mermanns, ihrer Abstammung aus eines KönigsFamilie vergaß; — gebohren in Niedrigkeit; — alsunmündiges Kind, wie jedes andre, hülflos, aufdem Schooße einer wenig gekannten Mutter; — ineiner Krippe und in Windeln, die von dem gerin-gen Stande und Vermögen seiner Eltern zeugten;auferzogen ohne Aufsehen, in Stille und in Liebe,in einer kleinen Bürgerfamilie eines unansehnlichenStädtchens; — bis zum dreyßigsten Jahre seinesAlters vor der großen Welt verborgen, ein gehor-samer Sohn seiner Eltern, ein dankbarer Verehrerseiner Wohlthäter, ein stiller Schüler der Weisheit;dann drey Jahre hindurch in öffentlichen Geschäf-ten als Lehrer seines Volks, aber ohne Aufwand,ohne Ueberfluß, ohne hohen Rang; — sein ganzesöffentliches Leben hindurch ohne eigenthümlichen Be-sitz eines Orts, wo er sein Haupt hätte niederlegenkönnen; — endlich in seinem Tode noch so arm, daß,seine Leiche nur durch die Großmuth einiger von sei-nen bemittelten Freunden bestattet werden konnte.Aber, sein Name ist: Wunderbar, Rath', Kraft,Held, Ewigvater, Friedefürst! und mit Recht ver-dient er diesen Namen. Er ist unsrer Verehrungwürdig: und darum wird auch jetzt noch achtzehnhundert Jahre nach seiner Zeit, sein Geburtsfest so
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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