268#besäße wohl so viele Geschicklichkeiten, wer hättewohl so viel gehört und gesehen, als er! Hier stol-zieren Leute in schönen Kleidern und suchen durchdiese die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zu zie-hen; ist wohl irgend Jemand so geschmackvoll geklei-det, so zierlich gepützt! welche Gestalten, welche An-muth, das soll man gestehen müssen, daß sie vorallen sich auszeichnen durch Schönheit und Holdse-ligkeit. Dort erblicken wir Andre, die in dem mäch-tigen Aufwande, den sie machen, sich groß dünken;sie strahlen und blenden durch ihr ganzes Leben undWeben, durch die Kleider, die sie tragen, durch dieWohnungen, in welchen ſie ſich aufhalten, durch dieTafel, welche sie führen, durch die kostbaren Ver-gnügungen, die sie genießen, durch das Geld, wel-ches sie wegwerfen, durch ihren äussern Anstand,durch ihren Blick, durch ihre Gebehrden, durch ihrenGang, durch ihr ganzes Betragen u. s. w. — Manwürde Unrecht thun, wenn man diese Sucht zu glän-zen blos den vornehmern, höhern Ständen vorwer-fen wollte. Laßt es uns nur gestehen — der Be-weis liegt am Tage — daß sich dieser thörichte Sinnauch schon und fast in einem höhern Grade der mitt-lern und untern Stände bemächtigt habe. Wie Viele,zum Exempel, die nur das Nothdürftige haben, wol-len wohlhabend, wie viele Wohlhabende wollen reichscheinen! Wie Mancher will es nicht wissen, daß er
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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