266#Einsichten und Kenntnissen zu zunehmen, die es in ih-ren Künsten und Handthierungen zu immer größererGeschicklichkeit zu bringen suchen, thun recht daran.Aber bey dem Streben nach höherer Vollkommenheitverirrt sich der Mensch auch wohl. Indem er essich zum Ziele setzt, höher zu steigen, etwas größeresund besseres zu werden, artet sein Streben unter an-dern manchmal auch in eine gewisse Sucht zuglänzen aus. Dieser Fehler ist bekannt genug,Man findet ſich wohl oft von Menſchen umgeben,die es gar meisterlich verstehen, ihre Vorzüge insLicht zu stellen und ihre Gaben und Verdienste rechtabsichtlich leuchten zu lassen. Ja es fehlt auch nichtan solchen, die den Schein von Vorzügen, die sienicht besitzen, anzunehmen wissen und die Welt wol-len glauben machen, auch sie seyen Etwas, und demglänzenden Scheine, den sie angenommen haben,liege eine wahrhaftige Größe und Würde zum Grun-de. Bald sind es wahre Vorzüge, auf die man sichetwas zu gute thut, bald eingebildete; bald ist es:etwas, welches einen wahren Werth hat, bald etwasunbedeutendes; bald etwas wirklich Verdienstliches,bald wohl gar etwas Entehrendes. Im täglichen Le-ben erscheint diese Sucht zu glänzen in sehr mannich-faltigen Gestalten. Da hören wir einen mit prahle-rischen Reden großthun; er spricht, als wäre er dieWeisheit selber; er urtheilt, als hätte er die voll-
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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