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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
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00106selbst entehren, selbst beschimpfen solltet; lieber wen-det ihr allen Fleiß an in eurer Heiligung, um euchvor Gott, vor Jesu Christo, vor der Gemeinde, vorden Eurigen und vor euch selbst als gute, edle, wür-dige Menschen darzustellen! Freylich haben hier Vielegestanden und haben das nemliche Bekenntniß abge-legt, hatten die nemlichen Einsichten, waren eben soernsthaft und gerührt bey dieser festlichen Feyer, ge-lobten hier eben so feyerlich Treue und Gehorsam;und sie sind doch abgewichen, abtrünnig geworden.Aber wir wollen das nicht, wollen es durchaus nichtvon euch befürchten. Zu euch haben wir das beste Zu-trauen; so zeiget es uns jetzt und immer, daß ihr un-.sers Zutrauens werth seydl.Lieben Kinder! Es ist jetzt eine feyerliche, stilleStunde!.... Dieſe ganze zahlreiche Verſammlungſchweigt!.... Wir fühlen es Alle, zu welch einemwichtigen Feste wir uns hier versammelt haben.Gott ist bey uns!... Wir sitzen oder stehen,du weißt es, du kennest unsre Gedankenvon ferne! es ist kein Wort auf unsrerZunge, kein Gedanke in unsrer Seele,den du o Herr, nicht wüßtest!.... Hierstehe ich, euer bisheriger Lehrer und zeuge vor Gott,daß ihr die Bahn Jesu Christi kennet! Höret dieWorte des Gesetzes:Der Knecht, der sei-nes Herren Willen weiß und thut ihn