094Verlasset ihn nie diesen euch wohlbekannten Weg: aufihm und nur auf ihm findet ihr, was ihr suchet,Ehre und Heil, Einigkeit mit euch selbst und Achtungder Weisen und Guten. Der Unweise, der Unred-liche und der Unnütze hingegen — o man schmückeihn mit den köstlichsten Kleidern, er hat doch keineWürde; man setze ihn in die Wohnungen der Seli-gen, er hat doch keinen Frieden: er ist ja nicht, waser seyn soll, und so lange er dies nicht ist oder nichtzu werden aufs ernstlichste sich bestrebt, kann er sowenig mit sich selbst zufrieden seyn, als den belohnen-den Beyfall der Weisen und Guten genießen. Darumlasset euch niemals verleiten, eure Ehre in Kleinig-keiten und euer Glück in Aenßerlichkeiten zu suchen.Beydes findet ihr nur auf dem Wege der Pflicht.Die Tugend im Auge und im Herzen wandelt ent-schlossen und bedachtsam auf diesem Wege vorwärts.Und vor allen Dingen seyd nicht saumselig, eureSeele zu erretten. Machet es, wie die verständigenWanderer, die, wenn sie eine lange schwere Tagreisevor sich haben, schon mit Aufgang der Sonne aus-gehen und sich unterwegs nicht unnöthiger Weiseaufhalten. Verschlummert, Kinder, und vertraͤumetden Morgen eures Lebens nicht; sonst ist weiter amTage euer Auge geblendet, eure Munterkeit getrübtund eure Kraft gelähmt. Seyd auch in euren Früh-stunden schon auf der Hut gegen Irrwege; ihr möch-
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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