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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
Seite
87
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0standen im Schweiße des Angesichts, mit Thränenin den Augen, und schauten traurend in die Ferne;da trocknete sie mit sanfter Hand unsre Stirn undverklärte unser Auge und wies uns die herrliche Höhedes jenſeitigen Friedens. Ja, wäre nicht ſie unſerLicht und unser Trost, wie könnten wir dann ohneGrauen und Zagen unsern Lauf vollenden! Wieists möglich, Gott, wie ists möglich, daß Menschendie Religion, die du uns zur Freundin und Beglei-terin gabst, von sich weisen, verstoßen? sie, die un-sern Geist vor vielfachem Blendwerk, unser Herz vortausend Verführungen verwahrt; sie, die den Schwa-chen mächtig, den Uebermüthigen weise macht;sie, die unsre Sorgen mindert, unsre Arbei-ten erleichtert, unsre Lasten tragen hilft, die unsernTrübsalen ihre Bitterkeit nimmt, die über alle Schreck-nisse des Lebens, selbst über die schauderliche Finster-niß des gefürchteten Grabes ein erfreuliches Licht ver-breitet! Wie ists möglich, daß Menschen sie verken-nen können und Dich, der sie gesandt hat!Nicht wir, nein, Gott! Vater! nein, nicht wir wei-sen sie von uns; wir nehmen sie auf aus der Handdeines Sohnes; der sie uns zuführt, lassen uns vonihr weisen, warnen, leiten, trösten, ja uns und unsreKinder. Unsre Kinder! Siehe, Gott, hier kom-men wir mit einer Schaar der Unfrigen, welche gernzu Dir, zur Höhe gelangen möchten und sich darum