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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
Seite
85
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Ach sie ist's, die mich Gott erkennen,Mich meinen Schöpfer lieben lehrt.Ich darf getrost ihn Vater nennen,Darf sicher seyn, daß er mich hört.Sie ruft mir zu: dein Gott ist gut!Wohl dem, der seinen Willen thut!Sie reißt mein Herz, sich selbst zu richten,Sie schärfer meines Geistes Blick,Belehret mich von meinen PflichtenUnd schreckt vom Dösen mich zurück,Verstärket den Gewissenstrieb,Und macht mir jede Tugend lieb.Sie leitet mich auf allen Wegen;Sie zeiget mir das höchste Gut;Sie macht mir jedes Glück zum Segen,Und giebt im Unglück frohen Muth.Wo nichts, sonst nichts mich trösten kann,Da hebt ihr wahrer Trost erst an.Sie schafft dem Geiste süßen Frieden,Verscheucht den sorgenvollen Sinn,Und reichet jedem Lebensmüden.Den sichern Stab der Hoffnung hin,Auf den er still und fest sich lehnt,So oft er sich nach Ruhe sehnt..Sie läßt mich stetes Daseyn hoffen,Verkündigt mir Unsterblichkeit;Der Himmel steht durch sie mir offen-Und mein ist eine Ewigkeit.O welche Wonne für den Geist,Der sich der Sündenlust entreißt!