5081Erkenntniß der Wahrheit kommen! Nun, so mußVorurtheil und Wahn ferne von uns seyn, so müssenwir die Finsterniß fliehen und Erleuchtung suchen.Gott will, sagt Petrus (2 Petri 3, 9.) daß Niemandverlohren gehe, sondern daß sich Jedermann zur Bußekehre! Nun, so müssen wir der Thorheit und Sündeabsterben, müssen Erlösung suchen von aller Ungerech-tigkeit, müssen fleißig seyn zu guten Werken und der Hei-ligung unsers Herzens nachjagen. Ihr Lieben, sagt Jo-hannes (1 Joh. 4, 12.) wenn wir uns unter einanderlieben, so bleibet Gott in uns! Nun, so muß allerNeid, alle Falschheit, alle Tücke aus uns verschwin-den und ein herzliches Wohlwollen uns unter einan-der verbrüdern. Gott will, heißt es in unserm Evan-gelium, daß Niemand verlohren gehe, sondern daß alleewiges Leben, ewiges Heil haben sollen. Nun so giebtes für uns kein angelegentlicheres Geschäft, als das Be-streben uns des göttlichen Wohlgefallens immer würdi-ger zu machen. — Spreche wer da kann, ob gegen dasgroße Gesetz des Reichs Gottes irgend etwas zu erin-nern sey? ob die Tugend des Menschen, ob der Friedeseines Herzens, ob die Wohlfahrt der Länder, obdie Welt dabey Gefahr laufe, wenn nach diesem gro-ßen Gesetze die Menschen sich beeifern, vollkommenzu werden, wie der Vater im Himmel vollkommenist? Nein, nein, das Streben nach dieser Vollkom-menheit ist die höchste und einzige Tugend! und derFh. 1.
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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81
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