S-70darlegt, erhellt es ganz deutlich, daß nicht blos inseinem Geiste Weisheit, sondern auch in seinem Her-zen Liebe und in seinem Gemüthe Kraft genug lag,um das ganze Menschengeschlecht zu dem Segen desReichs Gottes hinleiten zu wollen. Ganz diesemPlane und dieser Hofnung gemäß wirkte er auch seinWerk; ließ, obwohl er selbst sich eigentlich nur aufsein Vaterland beschränkte, dennoch keine Gelegenheitaus der Acht, das Licht seiner Lehre auch dem Aus-lande leuchten zu lassen; bestritt die Vorurtheile sei-nes Volkes, wodurch es von andern Völkern getrenntwurde; predigte in allen seinen Vorträgen allgemeineMenſchenliebe; ſuchte auf alle ihm mögliche Weiſedie Scheidewände, die der geheiligte Aberglaube zwi-schen Volk und Volk, zwischen Herz und Herz errich-tet hatte, niederzureissen; suchte sich Männer auf,die wegen ihres unverschrobenen Verstandes und un-verkrüppelten Herzens fähig und bereit waren, seinEvangelium zu fassen; wußte sich Männer zu erwecken,die in seinen Plan tiefer eindrangen und Einsicht undWohlwollen genug hatten, um den Segen, über des-sen Vertheilung er sterben mußte, weiter zu verbrei-ten, als er es konnte. Es ist Schade, so würdenwir sagen, wenn wir über Gottes Rathschlüsse Ur-theile wagen dürften, es ist Schade, daß sein früherTod seinem Wirken ein Ziel setzte und ihn hinderte,das schöne Reich auch unter andern Völkern selbst zu
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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70
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