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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
Seite
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50Der Bürger im Reiche Gottes ist zufrieden mit seinemGott und seinem Schicksale, und er kann es seyn:denn er ist erleuchtet; er sieht die Fügungen Gottesin ihrem rechten Lichte; er weiß es, worauf er seinHauptaugenmerk zu richten habe und wohin die WegeGottes ihn führen werden; er kennet seinen Gottals den obersten weisesten und liebevollsten Regentender Welt, der seinen Rath, so wunderbar er oft scheint,doch zuletzt herrlich hinausführt. Der Bürger imReiche Gottes ist zufrieden mit sich selbst, und er kannes seyn: denn er ist geheiligt; er ist es sich bewußt,daß er den besten Willen habe und nie mit Absichtfehle; er hat keine Tücke in seinem Herzen, keineFalschheit in seinem Munde, keine Untreue in seinemWandel; was ihm Fehlerhaftes noch anklebt, istnicht seine Sünde, sondern seine Schwachheit, under fühlt es, daß er immer höher steigt, immer bes-ser und gottähnlicher wird. Der Bürger im ReicheGottes ist zufrieden mit seinen Nebenmenschen, under kann es seyn: denn er ist mit ihnen verbrüdert, undverbrüdert fühlen sich im Reiche Gottes alle mit ihm;unter ihnen ist kein Neid, keine Arglist, keine Krän-kung, kein Necken und Verfolgen; sie thun sich ein-ander alle Liebes und Gutes, arbeiten und leiden undbeten für einander. So verleben sie unter einanderin stillem Frieden die Tage ihrer Wallfahrt hienieden;so leben sie sich einander zur Freude, zum Trost, zur