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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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S49Himmelreich. So viel zur vorläufigen Einlei-tung in die Betrachtung, welche wir mit einanderüber das Reich Gottes anstellen wollen: es ist hin-reichend, wenn meine Zuhörer diese wenigen Bemer-kungen fest halten und bedenken wollen, daß hierunter dem Reiche Gottes das große göttliche Werkverstanden werde, welches Jesus Christus unter denMenschen zu wirken bemüht war. Und nun zur Be-trachtung selbst.Es ist eine Betrachtung, die diesem Feste, dem Stif-tungsfeste des Reichs Gottes, dem Stiftungsfeste desChristenthums, völlig angemessen ist. Womit soll ichsie beginnen? m. Fr.! Mit Klagen und mit Vor-würfen? Soll ich es bedauern, daß unter denen,die sich zu den Bürgern des Reichs Christi rechnen,immer mehr Kaltsinn und Gleichgültigkeit überhandnimmt? daß das unchristliche Wesen in allen Stän-den herrſchender wird? daß Jeſus Chriſtus einem gro-ßen Theile unsrer Zeitgenossen das nicht mehr ist, waser ihnen vormals war? daß diese Geringschätzungdes Herrn und seines Reichs grade in ein Zeitalterfällt, welches man sonst nicht mit Unrecht das erleuch-tete zu nennen pflegt? Soll ich schelten den Ueber-muth, den Leichtsinn, die Flüchtigkeit, die Irreligionunsrer Zeit? Soll ich schelten die Unwissenheit deseinen, der das Reich Gottes nicht kennt? das Vorur-theil des andern, der es nicht kennen kann? den Ei-Th. 1.