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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
Entstehung
Seite
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⁵⁰26einmal alle die geöffneten Quellen der Weisheit undTugend ihre Gewässer haben zusammenfließen lassen,dann können ganze Länder dadurch befruchtet, ganzeVölker dadurch gesegnet werden. Jetzt schon denPlan des Ganzen übersehen wollen, das wäre vonuns zu viel verlangt.Nein, nein, das sey ferne von uns! Was wirnicht schauen können, das lasset uns glauben! Got-tes Arm wirkt sichtbar genug; auch das angeklagtesteZeitalter zeigt uns Spuren seiner Regierung: wirkönnen glauben. Zu beschränkt ist der Verstanddes sterblichen Menschen hier auf dieser untern Stuffeder Vollkommenheit: wir dürfen glauben. Es gilthier nicht blos unsre Ruhe, sondern auch unsre Tu-gend: wir müssen glauben. Und wohl uns, wennwir glauben! Mit Zufriedenheit blicken wir dann aufdie vergangene Zeit. Mit frohem Herzen begrüßenwir das neue Jahrhundert. Wir weihen ihm mit Freu-de unsre Kräfte. Wir überlassen die weitere Verarbei-tung des Werks, welches wir wirken, dem Ewigen,der so mächtig und thätig als unsichtbar Himmel undErde erfüllt. Auf Ihn hoffen wir, vor Ihm schüttenwir unsre Herzen aus: Er, Gott, der Herr, derRegent, der Vater, ist unsre Zuversicht durch alleJahrhunderte, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.....