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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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60Fest der göttlichen Vorsehung zu fey-ern. Diese Aufforderung ist zwiefach. Nemlich, derheutige Festtag1) giebt uns zu bedenken, wie sehr wir des Glau-bens an Gottes Vorſehung bedürfen, und2) weiset uns auf manche Umstände hin, welcheuns in diesem Glauben bestärken können.I. Der heutige Tag, sage ich, giebtuns zu bedenken, wie sehr wir des Glau-bens an Gottes Vorsehung bedürfen.Mancher mag bey seiner Unachtsamkeit und Flüchtig-keit das Bedürfniß dieses Glaubens gar nicht einmalerkennen. Dieses Bedürfniß kennt nur der ernsteMensch, der sorgfältige Beobachter der Welt. Esmag auch wohl Zeiten und Oerter geben, wo mandieses Bedürfniß weniger fühlt, weil alles wohl vonStatten geht, weil sich alles in Ordnung und in der schön-sten Regelmäßigkeit befindet, weil der Friede regiertund die Gerechtigkeit im Schwange geht. Wenn abermancherley Unordnungen und Unregelmäßigkeiten vor-fallen; wenn die Welt nicht nach Plan und Absicht,sondern durch blinden Zufall regiert zu werden; wenndie Anordnung der Schicksale der einzelnen Menschen,wie der Völker, ein bloßes Würfelspiel zu seyn scheint,dann, o dann lernt man einsehen und fühlen, wienöthig es für unsre Ruhe und für unser Verhalten