⁵⁰„Demuth zu verehrenden ewigen Vater! Hier stehen„wir am Eingange eines neuen Jahrs, am Eingange„eines neuen Jahrhunderts. Die Zeit, die uns ver-„ schwunden, wie die Zeit, die uns gekommen ist, ward„uns von dir. Alles, was geschah, geschah durchdeine Fügung; was uns begegnete, das hattest du„verhängt; was uns erfreute, was uns drückte, was„uns mit Furcht und was uns mit Hofnung erfüllte,„alles, alles ward von Dir beschlossen, von Dir be-„schert. Was uns noch werden, was uns noch wohl„oder wehe thun wird; von wem haben wir es an-„ders zu erwarten, als von dir dem Ewigen, der„Himmel und Erde erfüllt! — Ja, das Fest deiner„über uns waltenden Vorsehung seyre ich mit diesenGemeinde deines Sohnes, indem wir an dem heu-„tigen Tage diesen Tempel betreten. Und mag es„auch schwer seyn, in deinen Rath einzudringen und„deine Wege zu ergründen; mag auch des Dunkeln„und des Unbegreiflichen gar viel in deinen Fügun-„gen seyn, so will ich doch mit Freude deinen Na-„men verkündigen; will die Strahlen Lichts, die deineGnade uns erblicken läßt, so gering sie uns dünkenmögen, auffassen, uns dadurch das Dunkel zu erhel-p.1„len; will Glauben und Hofnung predigen, wo uns zudschauen nicht vergönnt ist. — Vermöchte ich es nur69mit dem Geiste meines Herrn! Gott, gieb Kraft und7„Nachdruck meinen schwachen Worten! Amen.
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Predigten und Reden an Festtagen und bey besonderen Gelegenheiten
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