Ergetzlichkeit-LiebenderEQBaS ist zur gnüge bekant was massen Franckreich / und in-sonderheit der Königliche Hoff in erfindung so mancherley Er-getzlichkeiten / andere weit übertrifft. Die wunderlichen schönenGebäude und Lustgärten mit allem erdencklichen Schmuck / undangenehmen lustigen Handlungen in denenselben / verschaffen denAugen derer Zuschauer solche überflüssige und reichliche materie.daß ihnen keine zeit vergönnet wird / deßwegen dieselbe einmahlzu verkehren und müssig zu lassen. Unter diesen allen ist der Kö-nigliche Lust-hoff zu Versailles und in selbigen das Labyrinth oderIrr-garten am berühmtesten und preißwürdigsten. Andere vor-würffe sind lobens werth / in dem sie Aug und Ohr erfreuen / die-ses aber ist herrlich / dieweil es nicht allein Aug und Ohr ergetzet /besondern auch Hertz und Seel zu gleich unterrichtet und erbauet.Obbenanter Irr-garten ist in einem Walde dergestalt künstlich undlustig angelegt, daß selbst Dedalus sich darob würde verwunderthaben müssen. Die hin und wieder lauffenden Irr-wege, so vonbeyden seiten mit grünen und künstlich beschnittenen Hecken besetzetund umgeben sind, fallen nie verdrießlich, gleich wie in andernIrr-gårten gemeiniglich geschicht; denn man findet keinen eintzi-gen Kehr-oder verschlossenen weg / welcher nicht alle augenblickeverschiedene Wasser-künste und Brunnen anweise / deren jeder ab-sonderlich in Gestalt und Wirckungen auffs künstlichste die sinn-und lehrreichste Fabulen Æsopi außbildet. Zur Anzeige und Erklä-rung dessen / was Fabel ein jeder Brunnen vorstellet / ist mit gül-denen Buchstaben auf einen schwartzen Stein ein sinnreicherVers, so vom Herrn Benserade getichtet worden, darunter ge-schrieben. Wegen Vortrefflichkeit dieses Orthes so wohl / als desNutzens und Bequehmlichkeit halber für die Irrenden / hat manin Franckreich ein überauß schönes Tractätlein mit 41. Kunstrei-chen Kupfferstücken des Grundes / Einganges / und eines jedenSpringbrunnens ins besonder herauß gegeben / weil aber solches imFran⸗
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