JAKOBISEGEN 47
glickh nicht in das hauß khome, wan es sey mitt pestylenz, oder sonsten vor schäd-liche krangheidten sohl behiedt sein. Es sohl auch daß feyr undt daß waßer nichtschaden dain, es mag auch die zauberey khein schaden nicht dain weder underden leithen oder under den vieh oder in der miell 1 ), daß aber verpindten die h. worttgotteß als mitt allersießister namen Jesu Christy. Sei mitt dem hauß die krafftgottes, wirkhet mitt den menschen, die da in dem hauß sindt, die h. 3 faltigkheitund der sisse namen Jesu, die wolten daß haus umbuchten, der ainsidl, Jesus undder h. geist, die wolten des hauß deyr haußhieder undt wachter sein, die h. Jung-frau Maria die raine maith, die bitt füer alle Jungfrauen, die in ihrer dienstbar-kheidt seind in ihren gebett, die behiedt daß hauß vohr allem tibi und laith, dieh. erzengl die stehen auf den 4 eckhen deß haus und wellen disses haus nacht unddag nieder undt wachter sein, die h. 12 poth, die wellen disses hauß anschaffersein, damit alle Sachen in den hauß zum pesten wirdt gewendt und gethan, dash. chreuz unsers herrn Jesu Christy f sey dissigem hauß ein (ein) deck, die h.3 negl unsers herrn Jesu Christy sei dissigem hauß ein rigl und gespehr, die dornekhron unsers hern Jesu Christy sei dissigem hauß ein schilt und ein deckh. Allsomieß es nun beschlossen sein, alß mitt dem h. wortt gottes, alß mit den aller-sießisten namen Jesu Christy. O Jesus von Nazareth erbarm dich unser, o sanctus,sanctus, sanctus Jesus Christus, sancta, sancta, sancta Maria, dei dei (mater?)gnandt, o sanctus, sanctus Johaneß ora bronobis f. Nun wellen wir beschliesenmitt gott dem vatter die Hausdier und mit gott den söhn die ihnerlichen gemähtund mit gott den h. geist die druchen und kästen und mit der h. 3faltigkheidtdie unbfahra 2 ) deß gannzen haus und alles waß drinen ist und außer dcß hausherumb ist f 11 a ' s0 so s0 ^ mier Simmadt Maureder 3 ) mein haus und hoff leithund vieh undt alles waß under meinen dachdrauffen ist, das sohl gesegnt und be-hied sein 111 durch dissen h. St. Jacob segen.
In namen gott dcß vatters und gott deß sohns undt gott des h. geistes amen*)."Aus der im Ratsprotokoll vom 8. August 1680 enthaltenen Vernehmung desSigmund Maureder:
„Der weber ist kheinesweegs gestendtig, daß er waß verhaut haben solle,wie er dann öffters bluettig geschlagen worden seye, auch dises daß er waß ver-haut heben solte, niehmalm gercdt; allein weill er noch leedig gewest, hab erPassauerische zetln gebraucht und selber geschlagen und gefressen, da seye erbei 24 stundt sicher gewest, er habe aber sowohl das eysen stöckhl als die zetlnalles vor vill jähren schon weeg und in ein Wasser geworffen und seithero nichtsgebraucht 5 )."
62. RIEMEN AUS DER HAUT ERHÄNGTER ALS ZAUBERMITTEL(KRAMPFSTILLEN, GEBURTSBEFÖRDERUNG).
St. L. A., Sond.-Arch. Rotenfels, Schub. 97, Heft 371 (7. Zauberei- undHexenprozesse). Verhörsprotokoll des Landgerichts Rotenfels vom 8. Mai 1681.
x ) Siehe Anm. 2, S. 46. 2 ) Offenbar die Fahrhabe.
8 ) Siehe Anm. 4, S. 46.
') Einer der zahlreichen Wetter- und Feuetsegen (vgl. ähnliche bei Marie Andrec-Eysn,S. iOßff.; Sartori II, S. 17«.; Fehrle, Zauber und Segen, S. 58; Wuttke, S. 175).
s ) Es handelte sich hier um sogenannte Eßzettel, Zettel mit irgendeiner Beschwörung, dieverschluckt werden, um besonders wirksam zu sein. Der Brauch bestand schon im klassischenAltertum und wird noch heute an Wallfahrtsorten (z. B. in Maria-Zeil „Maria-Zeller Bildl") geübt(Andrce-Eysn, S. 120, und Wuttke, S. 177ff., 3i9ff-> sowie S templinger, S. 65.