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man anpaudt oder ansädt, sondern von dem hanäff, der sich selbst anpaudt undaufwahst, gemacht werden mueß, wellihcß ich den Pettauerischen Scharfrichter,deme ich in virtl Cilli prauch, zuegestölt, damit er solliches, wen dergleichen mitzauberey behafftc persohnen zum examen fürgestölt werden, jederzeit mit sichfüehredt 1 )."
57. LEICHENTEILE HINGERICHTETER ALS ZAUBERMITTEL.
(Siehe 3, 12, 13, 34, 3g.)
St. L. A., Spez.-Arch. Gutenhag, Fasz. 3, Heft 31 (findet sich in etwas an-derer Fassung auch im Heft 38). „Extract auß Michaeln Vräbl gietliche be-khantnuß dat. 14. octobris 1675."
„Item bekhent alß er in seiner jugent bei dem alten fürsten vonn Eggenbergfür ain staljung gedient, habe er erfahren das der gutsche unnd vorreiter sambtzwen anndern stalkhnechten ainem armen sünder von den hochgcricht nächtlicherweil genomen, unnd zu pulfer gemacht unnd den rossen gefüettert 2 ).
Unnd weillen er gescchen, das negst unndcr eben creuz an einen schnei galgenain handt unnd ain fueß eines justificierten Sünders hangen, habe er ihme gedachtein nutzen zumachen, unnd selbige abgenomben und deß Arne Khnechtls steufsühn namens Gregor Kitl angereth, sprechent was er ihme geben wolt, er wolleihm was geben, das er dennen rossen füettern könt, damit sie alweil faist unndstarckh werden miessen, so habe er ihm ain görz 3 ) gersten, 1 / a görz waiz und x / 4 görzhaber darfür geben."
58. RÄUCHERN MIT BESENHOLZ ALS ZAUBERMITTEL.
St. L. A., Sond.-Arch. Gutenhag, Schub. 3, Heft 31. Gerichtsprotokoll der Ijmd-gerichtsherrschaff Gutenhag vom 4. Juli 1676.
Verhör mit der Ehewirtin des Jörg Weiß:
„Sagt alß ainmal die Armbstorffer robotcr aldortcn am hoff . . . und in derstubn hernah beysamben zu mitag gesen, wehre sie mit dem kindt in der wieggesesen und grosen schmerzen am lenden stöhen gelitten. Habe des Jacob Reppadiern sie gefragt, waß ihr wehre, worauf sie geandtwort, es tette sie in lendn sehrstehen. Auf diß des Reppa diern gesagt: mein wiertin hat ebn auh ain sollichcnzustand gehabt, so het ihr die Müllerin ain rath geben, sie solle von ein bösen,mit dem man am h. weinachtag die stuben außgekhert het, nemben und sichrauhen, wehre es sodan balt beßer wordn, worauf sie zu der diern gesagt: bringmier auch von ein sollih bösen, villeicht meht es mier auh helffcn. Über 14 taghernah habe ihr die diern sollichs gebraht, weillen sie aber schon vorhin gesundtgewest, habe sie es nit mehr gebraucht, sondern gleich in die truhn, alwo sie hernahgefunden wordn, geworfn 4 )."
*) Dieses Hemd soll u. a. das maleficium taciturnitatis, die teuflische Halsstarrigkeit, be-kämpfen. Die besondere Bedeutung des wilden Hanfs hierfür vermochte ich nicht zu deuten.Siehe übrigens Z. 52. (Vgl. über das Maleficium taciturnitatis bei Zaubereiprozessen Frölichv. Frölichsburg, S.ößff.)
2 ) Totenknochen als Beisatz zum Viehfuttcr sind auch sonst in Steiermark belegt (vgl.Byloff, Verbrechen der Zauberer, S. 386).
3 ) Görz = altes steirisches Hohlmaß.
4 ) Der Besen an sich ist ein Abwchrmittel gegen Zauber- und Krankheitsdämonen jederArt (Wuttke, S. i3off., und Sartori II, S. 14, 24, 69).