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Volkskundliches aus Strafprozessen der österreichischen Alpenländer : mit besonderer Berücksichtigung der Zauberei- und Hexenprozesse 1455 bis 1850
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GALGENHOLZ, DIEBSEGEN 33

machen oder den wein verkheren und in welhem hauß daß holtz ist, khann kheinwet(ter) darein schlagen. Wer es bcy ihm dregt, mag von kheincn dicb beraubtwerdten; dan solhcs ist gar oft und villmal probiert wordten; auch in welhemhauß daß holtz ist, khan khein dieb nichts stehlen.

Zum dritten dient dießes holtz für den prandt im traidt, van man ein speilloder schaidten dar ein steckht, wan es bliedt; auch mag daß milldaw 1 ) kheinenschadten daran thuen; auch daß die meiß in statl kein trädt komen freßen. Itemwon man von den holtz ein speill darein stekht, so verlicchren sich die meiß alle;dießes holtz ist für vill gueth, auh wer es bey sich dregt und geht an unsichernordten bey der nacht, denselben mag kein gespenns nich zu khomen, es sey sowildt alß es wöll.

Zum vierdten dient es den lieden 2 ), den der schlag gedroffen hat; derselbnemb von dem holtz ein schaidten und thue sie auf ein g(l)ueth und damit dieglider geraucht prabatum est. Daß mueß man aber 3 grichts tag thuen als ammontag, mitwoch, freytag; soliches hab ich Selbsten probiert und grecht befundten.

Zum fünfften und lezten wirt dieses holz höh geacht und es bey sich dregt,die mögen (?) schiessen oder spiden(?) will, der nemb die schoidten und bindtes mit einem bänndtl in hucdl 3 ), daß es niemandt war nimbt; wanß mans aberwarnimbt, so hilfft nicht und ist umbsonst, waß er thuet; dießes stükh ist gewißund gerecht befundten wordten, probatum est 4 ).

Ein bewerter diebssegen so waß gestollen wirt.

Er(st)lich schreib der drey geister ihre namen also Astorot, Belicbueb Satonauf ein neuß träl (?) und beyc 6 ) es bey den feyer und auch 3 kö(r)tzen darauß undschreib auf ein iedte kerzen ein namen und zindt sie an und sprich die beschwerungdarauf: ich beschwere ihr fürsten, ihr arbeith mir und bringt mir den menschenmit dem guet, daß er gestollen hat, fleisch und bluet hab ich dir beschworen bcyaller den heilligen wundten daß der dicb oder diebin khein ruech nit hast, biß dumir den und den, wer er nach ist, so wenß (?) gestaden (?) ist wordten, den nendu mit seinen namen, sein sohen 6 ), waß er nach verlohren hat, wider bringestan sein ort, wo du es genomen hast; ich beschwere dich dieb oder diebin bey gottdem Herrn Jesu Christn und sein rossenfarbes bluedt, daß du mir den, nen inwider söhn 6 ) bringst und an sein ardt oder stott, wo du es genomben hast; ichbcschwcre(n) dich dieb oder diebin, daß du khein rueh hast weder ihm hauß nachhoff, weder zu disch oder zu beth, daß du khein rueh hast, biß du mir den, nen inwiderumb, sein söhn 6 ), du muest aber die sohen alle mall nenen, waß gestollen istwordten, widerumb bringist; ich beschwere dich dicb oder diebin bey gottes crafftund macht, daß du gar khein äugen blickh khein ruech hast, du seyest wo duwölst, es sey zu waßer oder zu landt, hauß noch hof, zu kirchen oder zu goßen;ich beschwere euch ihr fürsten der bößen geist bey der heilligen dreyfaltigkeitgottes vatters f, der alle ding erschaffen hat, bcy gott des söhn f, d(i)er die gantzcweit mit sein rosafarben bluet erlöst hat, und bey dem heilligen geist f, der diegontze weit durchgehet, daß ihr mir denn menschen mit der gestallen sohen wider

1 ) Meltau.

2 ) — Leute (?), vielleicht auch Glieder.

3 ) Hut.

4 ) Diese unverständliche Stelle soll vielleicht einen Zauber zum Festmachen enthalten.Galgenholz, Henkerstricke usw. dienten auch zu diesem Zwecke.

5 ) Vielleicht bähen.

6 ) Sachen.

Byloff, Volkskundliohes. 3