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Volkskundliches aus Strafprozessen der österreichischen Alpenländer : mit besonderer Berücksichtigung der Zauberei- und Hexenprozesse 1455 bis 1850
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HEXENSALBE, REGENZAUBER 19

. . . sie kun dem vieh aufsprechen und das hab sie than mit Worten, wievolgt: Ich Madl 1 ) wil dir aufsprechen. Bistu vermaint 2 ) mit ainem bösen wort,so will ich dir helffen mit dreyen gueten Worten; hat dich vermaint 8 ) ain weib,so gelts iren leib; hat dich vermaint 2 ) ain diern, so gelts ir hiern; hat dich vermaint 2 )ain knecht, so gelts sein schwerdt; hat dich vermaint 2 ) ain man, so khumbs inselber wider an. Helff dir gott der vatter, gott der söhn und gott der heilig geist,so wirstu frisch und rain an all dein fleisch und pain. Und man mueß ain saltzin netzwasser 3 ) darzue nemen, mit ainer pürstn drein tauchen, übers hiern 4 ) hindersich widern haar sprützen und das mues bei jeden 3 mall beschechn, der segenauch als offt 3 mal darzue gesprochn werden 5 )."

25. ZUSAMMENSETZUNG DER HEXENSALBE.

Original und Kopie im St. L. A. und im Stiftsarchiv Admont*), 1602.

Aus demgütlichen Examen" der wegen Zauberei vom Landgericht des StiftsSt. Lambrecht am 31. Juli 1602 prozessierten 1012jährigen Gresckl, der Tochterdes Thomas, Schusters von Teuffenbach:

Erchtag 7 ), pfingstag 8 ) und sambstag abent ist ir muetter unnd Dyonisi 9 ) indie waiden ganngen, mit einannder geret unnd er hab ir ein todtenpain gebenunnd gesagt, sy soll es zu stup stossen unnd ein salben machen zum außfaren,darzue soll sy nemben faulles holz, das bei der nacht scheinet, ein menschen harr,sauporsten, prunwaser, mel ein wennig, ein schmalz unnd ain oblet 10 ), wann syzum hochwierdigen sacrament get, sol sy es wider auß dem maul thuen, habs2 mall gethann."

26. REGENZAUBER.(Siehe 20, 21, 22, 33, 34, 38, 43, 44, 46.)

Archiv des Kartner Geschichtsvereins, Archiv der Herrschaft Gmünd, 117/c,Nr. 44/XXIII, 1603.

Prozeß des Landgerichts Gmünd gegen Luzia Neunegger und Hans Träxlerwegen Wetlermachen und Teufelsumgang 11 ).

Aus dem gütlichen Verhör der Luzia Neuneggerin in der Nöring vom 2j. Juni 1603:

Am karfreytag negsthin hab sie an vier wegschaiden, als nemblichen beimundtern statthor alhie zu Gmünd, am Trettal püchl, bei der Nöringpruggen undin der Gämbßnitz, alles in der herrschafft Gmünd, erden auffgehebt, solliche erdenbeim Laimbkhoffl in der Nöring in pach alda geworffen, dreymall durch den pachhin und her gangen par fueße und mit der lincken handt hindterrueks solliche erdengeworffen, nachvolgunde wort darzue gesprochen: So wahr ich diese erden inpach würff, als wahr soll die güß 12 ) über des Ruepen Gamper gründt hergehen."

] ) Magdalena.

*) = bezaubert.

8 ) = Harn. Vgl. über Harn und Salz als Heilmittel Seligmann, S. 279.

«) Stirne.

5 ) Vgl. die ganz ähnliche Viehsegcnformel bei Wuttke, S. 174 (aus Thüringen):Hatdich beschrien ein Mann, so komms ihm selber an; hat dich beschrien ein Weib, so fahrs ihr in denLeib; hat dich beschrien ein Knecht oder Dirn, so fahrs ihr ins Gehirn."

*) Abgedruckt bei Zahn, Geschichtsblätter III, S. 13211.

') Dienstag.

8 ) Donnerstag.

) Name eines gleichzeitig prozessierten und hingerichteten Wettermachers von St. Lambrecht.10 ) Oblate = Hostie, das nach dem Volksglauben Wirksamste (Wuttke, S. 140).n ) Behandelt von Jaksch, S. 915.12 ) Gußregen.

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