BLINDMACHEN, BILDZAUBER 13
Item darnach hat dy Trünkhlin bekent, daß sy all drei yede ain aigen teuflhab, der Trünklin teufl genant Weiland Dreistain 1 ), der Wolffin teufl genant Tillianund der Öslin (seil. Teufel) haist der Pfabennswanz 2 ).
Item dy Trünkhlin h(at be)kant, daß sy all dasselbig wäxsn mändl in einkhamer tragen habent, darzu hab dy Öslin ain wasser ab ain pach 8 ) bracht undhabent das wasser mit namen irer teufl gesegent und alsdan hat ir yede das mändlin ir yetweder teuffels namen tawfft und habent das mändl Wolffgang genant.
Item auch hat dy Trünklin bekant alsofft ir aine ain nadl in das wäxsn mändlgestekht habent, hatt ir yede darzu gesprochen, der Wolfgang Payner sol amleib und guet verderben und abnemen.
Item darnach hat dieselbig Trünklin mer bekant, eeund sy das mändl ge-macht, mit nadln angestekht und getawfft habent, hat ir yede gotes und unserlieben fraun verlaugent und den eristennlichen glawben widersagt und ir yedegesprochen: Die heillige marter unsers herrn (un) won mir nit bei, dyweil ich mitder kunst umb gee. Das habent sy alles getan zu verderben und schaden demWolffgang Payner.
Item so hat dy Trünkhlin aber bekhant, sy hab dy Wolffin darnach ermantund gefragt, wo man das wäxsen mändl hab eingraben. Hatt sy ir geantwurt,der Wolff und der Walthasar habent das bei des Wolffgang Payner gslos vor derawßristen prugken eingraben, daselbs lig es noch."
15. ZAUBERISCHES BLINDMACHEN.
(Siehe 6.)
St. L. A. Sond.-Arch. Stubenberg, Schub. 76, Heft 403. Urgicht des ErhardTunsch (?) 1513.
Am Montag vor Sankt Gügentag „der wenigeren zall 13" (29. August 1513)wird der Mörder, Zauberer und Dieb Erhard Tunsch durch den Marktrichter CristophMostberger von Kapjenberg vernommen. Aus der Urgicht:
„Item mir hat er bekant, das er zu dem Gotthart Hackhcnschmid zu Kindpergainen pössn neid gehabt hab, und hat nit gewest, wie er sich rechen sol unredlich.Vor 20 jarn hat er an einem rumb 4 ) abschneiden gelerret, mit derselbig kunstund zawberey hat er den vorgenanten Gotthart Hackhenschmid von Kindbergumb sein gesicht pracht 5 ), des er sych selbst perimt het, darauff hat man inangenomen."
16. BILDZAUBER.
(Siehe 2, 13, 14, 60.)
Archiv der Stadt Wiener-Neustadt, Jg. 33a, 1528.
Zaubereiprozeß des Stadtgerichtes Wiener-Neustadt gegen Anna Pfliegerwegen Zauberei.
Bekenntnis der Beschuldigten aus dem Jahre 1528 (zitiert nach Josef Mayer,III. Bd., S. 138):
x ) Interessant der Name Weland für den Teufel (vgl. hierzu die Belegstellen bei Grimm,Deutsche Mythologie, Bd. III, S. 293).
*) = Pfauenschwanz, mitunter auch Bezeichnung für Komet.
3 ) Das heißt, wie auch aus einer späteren Stelle hervorgeht, ein talab geschöpftes Wasser.
*) Der Schriftbefund ist zweifelhaft. „Rumb" heißt Baumrinde und gibt einen Sinn. Eskönnte aber auch „pumb" heißen und eine Verschreibung für „paumb" sein.
') Zweifellos eine Form des Analogiezaubers (vgl. Eckstein, Art. „abschneiden, Ab-geschnittenes" im Hdwtb. d. d. A. I, S. iooff.).