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Volkskundliches aus Strafprozessen der österreichischen Alpenländer : mit besonderer Berücksichtigung der Zauberei- und Hexenprozesse 1455 bis 1850
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schickte, um von ihr gewisse Zaubermittel zu holen. Ein Priester nahm ihm bei seinerRückkehr diese Sachen ab.

Tunc inter horrenda erat de unbilico seu de pellicula cius absciso a corporeunius pueri noviter nati 1 )."

13. BILDZAUBER, GALGENHOLZ ALS ZAUBERMITTEL.

(Siehe 2, 14, 16, 60; 3, 12, 34, 3g, 57; 22, 45.)Aus dem Innsbrucker Hexenprozeß von 1485 (siehe Z.3).Aus der beeideten Zeugenaussage der Gertrud Rotin vom 17. Oktober 1485 (a. a. 0.,

S.3ff):

(Die beschuldigte Barbara Selachin lebt in Feindschaft mit der Zeugin. Als

diese erkrankt, gibt sie der Selachin die Schuld und wird in ihrem Verdachte durcheinen Töpfer bestärkt, der ihr den Rat gibt, unter der Schwelle nachzugraben:)

Als nun mein Gatte in Gegenwart und unter Beihilfe des Töpfers dies tat,fanden sie unter der Türschwelle ein handgroßes Wachsbild, darstellend ein Weib,durchstochen und voll von (Löchern). Auch steckten in dem Wachsbild zweiNadeln, die eine in der Richtung von der Brust zur linken Schulter, die anderein der Richtung von der Brust gegen den Rücken; in eben diesen Richtungenaber empfand ich die allerbittersten Schmerzen, obwohl ich auch sonst am ganzenLeibe von Leiden geplagt wurde, wie auch das Wachsbild nach allen Seiten durch-stochen war. Auch wurden unter der Türschwelle zwei Tuchstücke gefunden;in dem einen derselben waren verschiedene Arten von Samen eingeschlossen, inbeiden Holzstücke, die vom Galgen abgeschnitten waren, Knochen von den Füßenungetaufter Knaben (puerorum), Haare und Fäden, die aus Altarzierden gezogenwaren, sowie manches andere 2 )."

14. BILDZAUBER.

(Siehe 2, 13, 16, 60.)

Archiv des Kärtner Geschichtsvereins, Klagenfurt, 378 XXV 11 538/28 1493.

Prozeß gegen die drei Wolfsberger Bürgerfrauen Christina Trünkhlin, BarbaraÖslin und Wolfin wegen Teufelsbund und zauberischer Mordanschläge gegen denSchloßherrn Wolf gang Payner 3 ).

Aus der Urgicht der Christina Trünkhlin vom Pfinztag vor dem Sonntag Judica1493 (21. März):

.....Da sie nu bei einander gew(esen) sein, da sind sie überains worden und

habent dasclbs in stuben ain wäxsn mändl gemacht und dan mit vil nadln am leibunder sich angestek(ht). Da hab dy Trünkhlin derselbn nadl drei, dy bei demherzen des mändl gestekht sein, widerumb auszogen, wan sy daßselbig mändldem edln und vesten Wolffgang Payner zu verderblichen schaden seins leibs undguts gemacht hetn, er noch lenger bei dem leben peleibn soll.

') Sowohl menschliche Exkremente wie Leichenteile neugeborener (oder aus dem Leibeder Mutter geschnittener) Kinder spielen in der Zaubermedizin eine große Rolle. Pillen aus denExkrementen des Großlama werden z. B. bei den Tibetanern sehr geschätzt (Seligmann, S. 49;vgl. Hovorka-Kronfeld I, S. 246ff.). Vgl. auch Blau, S. 161 ff., Strack, S. 58. DaßLeichenteile von kleinen Kindern zu den verschiedensten Glückstalismanen verwendet wurden,daß man sogar vielfach schwangere Frauen tötete, um dadurch solche Talismane zu gewinnen,ist bei den Verbrecherbanden des 17. und 18. Jahrhunderts eine überaus häufige Erscheinung(vgl. Byloff, Blutgenossenschaft, und die daselbst angezogene Literatur, dazu Strack, S. 53).Vgl. Bargheer.

*) Vgl. Mall, mal., p. II, qu. 1, cap. 5, n, 12.

*) Veröffentlicht von Hauser, Carinthia 1881, S. II 8120.