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Volkskundliches aus Strafprozessen der österreichischen Alpenländer : mit besonderer Berücksichtigung der Zauberei- und Hexenprozesse 1455 bis 1850
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io LIEBES- UND KRANKHEITSZAUBER

im das außgezogen hat, alß ob sy im lausen wolt, zwsammen wickelt, und bantdas an ein höltzle und steckt das in der kuchen in ain maure; das fant ir dochter,des klagers weip und warff das in das für 1 )."

7. KRANKHEITSZAUBER.

(Siehe 6.)

Aus dem Innsbrucker Hexenprozeß von 1485 (siehe Z. 3).Aus dem Verhör mehrerer Zeugen vom 23. August 1485 (a. a. 0., S. 15 ff-):Wider die Wolff dochter, des Molers zu Hettingen haußfraw, ist großerlümit 2 ), von ersten, daz sy dem Ludwig Koch sein ander haußfraw verzauberthab mit einer bausch, die sy ir gesendet hat, wenn die erst haußfraw des Ludwickswas ir swester gewesen, und alsobald die frauw den bausch auffsetzt, do wurdenir blotter in dem haupt und wart vast 3 ) wiettend und unsinig in dem haupt, alsoüber ein halb iar. Do sy wolt den bausch lossen zertrennen, do fant man darinsaubersten, hör, kalck, wachs und andern unflot, also das enweg kam, do wurdenir Sachen besser 4 )."

8. LIEBES- UND SCHLAFLOSIGKEITSZAUBER.

(Siehe 3, 4, 5, 9, 12, 34, 48, 55.)

Aus dem Innsbrucker Hexenprozeß von 1485 (siehe Z. 3).

Beschworene Zeugenaussage des Martein Graff und seiner Hausfrau vom 25. Au-gust 1485 (a. a. 0., S. 16):

Die, Gred Kolers dochter, hat Martein Graff verzaubert, daz er seiner frauwenkain genad haben mag, ouch verzaubert, das er in zwelff wuchen kain slof dunmöcht, und des nam er ain sicherhait von ersten, das er einmol sy zwingen wolt,daz sy im hilff. Do sprach sy, es wer noch nit zeit. Item sy was sein bul gewesenund meint, das er sy zu der ee nemen wird, und do er ein ander nam, do sprach sy:Ich wil dir ein letz 5 ) lossen, der du wol innen wirst."" Item die fraw Gretahat in irem bet funden ein spinnil 6 ) mit dreyerlei umbgebunden, leinen und willen 7 )faden, mit menschen hör, item in einer snur, die er an seinem mantel gehabt hatvor zweyen iaren, hat er in diser wuchen, als ich 8 ) gepredigt hab, funden inge-wirekt menschen har und har von der frauwen glid'), und das hat sy im daringewirekt, wan sy entlehnt die snur von im auff ein zeit und gebs im darnachwider 10 )."

9. LIEBESZAUBER.(Siehe 3, 4, 5, 8, 12, 34, 48, 55.)

Aus dem Innsbrucker Hexenprozeß von 1485 (siehe Z. 3).Zeugenaussage der Elisabeth, des Schneiders Heinrich Weib, vom 3. September1485 (a- a- 0 ; S.lQff.):

x ) Eine Form des Analogiezaubers (das Haar ist als pars pro toto Symbol des zu Schädigenden).J ) Leumund = böser Ruf.

3 ) =sehr.

4 ) Formen des Schadenzaubers. Haare und Wachs kommen sehr häufig als Zaubermittel vor.

5 ) Schwäche, Krankheit.) Kleine Spinne.

') Wolle.

8 ) Heinrich Institoris, der damals in Innsbruck zahlreiche Predigten hielt, in denen er zurAngabe von verdächtigen Personen aufforderte (vgl. Hansen, S. 385, und Rapp, S. 11 ff.).) Scham.10 ) Formen von Sympathiezauber (Wuttke, S. 366).