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Arabische Berichte von Gesandten an germanische Fürstenhöfe aus dem 9. und 10. Jahrhundert : ins Dt. übertragen u. m. Fussnoten versehen von Georg Jacob
Entstehung
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VORBEMERKUNG.

Ibn Dihja wurde zu Valencia geboren und starb zu Kairo 1235. Von seinem Werk Kitabal-mutrib fi äsch'är al-Magrib (Buch des Spiclmanns über die Dichtungen der westlichen Araber),das aus älteren Quellen schöpfte, ist eine einzige Handschrift im Britischen Museum erhalten.Den arabischen Text des im Folgenden gegebenen Abschnitts veröffentlichte Seippel in RerumNormannicarum fontes Arabici (Christiania 1896), S. 1318. Eine französische Übersetzungmit einigen Lücken findet man in Dozys Recherches sur l'histoire et la littörature de l'Espagnependant le moyen age, 3 öd. Tome 2, Leyde 1881, S. 26gff., abgedruckt von A. Fabricius in denAkten des Stockholmer Orientalisten-Kongresses, Section 1, Fascicule I, Leide 1891, S. 121 ff.

Als beim Sultan 'Abdurrahmän 1 ) die Gesandten des Normannenkönigs ein-getroffen waren, um ihn um Frieden zu ersuchen, nachdem sie von Sevilla 8 ) aus-gezogen, über seine Umgegend hergefallen waren, dann dort eine Niederlageerlitten hatten und der Führer der Flotte dort gefallen war, entschloß sich jener,ihnen bezüglich Annahme ihres Ansuchens versöhnlich zu antworten. So befahler denn al-Gazäl sich seiner Gesandtschaft anzuschließen, zusammen mit denGesandten ihres Königs, denn al-Gazäl besaß Geistesschärfe (S. 14), Genialität,Schlagfertigkeit, Energie und kühnes Vorgehen und wußte ein und aus in jederLage. Beigestellt wurde ihm Jahjä b. Habib.

Er brach nun nach der Stadt Schub (Silves) 8 ) auf, wo man für sie beide bereitsein schönes Schiff mit vollständiger Ausrüstung hergerichtet hatte. Dem Norman-nenkönig sollte auf seine Gesandtschaft versöhnliche Antwort erteilt und ein Gegen-geschenk überbracht werden. Der Gesandte ihres Königs reiste auf ihrem Schiff,auf dem sie gekommen waren, zugleich mit dem Schiff des al-Gazäl.

Als sie sich nun dem großen Vorgebirge gegenüber befanden, welches in dasMeer hinausragt, das die Grenze von Spanien im äußersten Westen bildet, nämlichdem Berg, der unter dem Namen Aluwija bekannt ist, versetzte sie das Meer inSchrecken, und ein heftiger Sturm blies sie fort. Da gelangten sie zu dem Punkt,den al-Gazäl in folgendem Gedicht geschildert hat:

Es sagte zu mir Jahjä, während wir zwischen Wogen gleich Bergen fuhren 1 )Und uns Winde von West und Nord beherrschten,

Zerschlissen waren die beiden Segel, und die Handhaben jener Taue rissen ab,Und der Todesengel reckte sich nach uns, ohne daß wir einen Ausweg finden konnten.Da sahen wir den Tod, wie das Auge einen Zustand nach einem Zustand sieht:Nicht haben die Männer (das Schiffsvolk), o mein Genoß, an uns ein Kapital."

l ) 'Abdurrahmän II, regierte 822852.

^ Sevilla hatten die Normannen 844 eingenommen, s. Doms Caspia, St. Petersburg 1875,S. 37; Dozy, Recherches, 3. ed., Tome 2, Leyde 1881, S. 2527!. Die arabischen Texte über dieNormanneneinfälle in Spanien findet man bei Seippel a. a. O., S. 2off. zusammengestellt.

*) An der Südküste Portugals, vgl. den Artikel Schub: Qazwini II, S. 364.

4 ) Das Versmaß des Originals ist Remel:

m>- Cu-----|ü u-----|G u-----|ü w-----