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Arabische Berichte von Gesandten an germanische Fürstenhöfe aus dem 9. und 10. Jahrhundert : ins Dt. übertragen u. m. Fussnoten versehen von Georg Jacob
Entstehung
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darüber etwas aus der Thora und etwas aus dem Evangelium. In die Erde werdenzwei aufrechtstehende Hölzer gesteckt 1 ), und man nimmt das Eisen mit einerZange vom Feuer und legt es auf die Enden der beiden Hölzer. Dann kommt derBeschuldigte, wäscht seine Hände, nimmt das Eisen und geht mit ihm drei Schritte;darauf läßt er es fallen, und man bindet seine Hand mit einer Binde, versiegelt sieund bestellt ihm einen Aufseher einen vollen Tag und eine Nacht. Wenn nun amdritten Tage noch eine Blase (nafäta) gefunden wird, aus der Wasser kommt, soist er schuldig, wenn nicht, so ist er unschuldig.

Zu ihnen (den wunderbaren Bräuchen) gehört ferner die Wasserprobe. Siebesteht darin, daß die Hände und Füße des Beschuldigten gebunden werden under an einen Strick befestigt wird; der Priester bringt ihn an ein ausgiebiges Wasserund wirft ihn hinein, indem er den Strick festhält. Wenn er dann aufschwimmt,so ist er schuldig; sinkt er aber unter, so ist er unschuldig; denn sie meinen, daßdas Wasser ihn annimmt.

Die Wasser- und Feuerprobe kommt nur bei Sklaven in Anwendung. Wasdie Freien anlangt, so treten bei Bezichtigung unrechtmäßigen Besitzes unterfünf Goldstücken die beiden Männer hervor mit Stock und Schild und schlageneinander, bis einer von ihnen abgeführt wird. Wenn aber der Partner ein Weibist oder ein Krüppel, oder ein Jude, so stellt er einen Ersatzmann 2 ) für fünf Gold-stücke. Fällt nun der Beschuldigte, so muß er unbedingt gekreuzigt und seingesamter Besitz eingezogen werden, während man dem Paukanten von seinemVermögen zehn Goldstücke gibt.

[S. 413] SCHÜSCH1T (Soest)

ist ein Kastell im Lande der Slawen. Dort gibt es eine salzige Quelle, während essonst durchaus kein Salz in jener Gegend gibt. Wenn die Leute Salz brauchen,nehmen sie von dem Wasser dieser Quelle, füllen damit die Kessel (Salzpfannen),stellen sie in einen Ofen (furn) aus Steinen und zünden darunter ein großes Feueran; so wird es dickflüssig und trübe. Dann läßt man es, bis es kalt wird, und eswird festes weißes Salz. Auf diese Weise wird das weiße Salz in sämtlichen Ländernder Slawen hergestellt.

[S. 415] MESCHEQQO (Mieszko 3 ))

ist eine geräumige Stadt (medina) im Slawenlande am Ufer des Meeres im Dickicht(ädschäm*)), durch das Heere nicht durchzudringen vermögen. Der Name ihresKönigs ist Mcscheqqo; sie wurde mit seinem Namen benannt. Sie ist eine Stadtreich an Getreide, Honig, Fleisch und Fisch. Ihr König hat Heere aus Fußtruppenbestehend, denn Pferde können in ihrem Lande nicht gehen. Auch erhebt er Steuernin seinem Königreich, von denen seinen Heeren monatlich ihr Lebensunterhaltverabfolgt wird; im Bcdürfnisfallc gibt er ihnen auch Rosse, Sättel, Zäume, Waffenund alles, was sie nötig haben. Wird jemand geboren, so zahlt ihm der König

*) Statt wa-junbatu ovaäj« (werden gepflanzt) lies wa-juthbatu i^aaJ. .

*) Vgl. hierzu Grimm, Deutsche Rechtsaltcrtümcr, 3. Ausg., S.929; Ungcr, Der gericht-liche Zweikampf bei den germanischen Völkern, Göttingen 1847, S. 40; Post, Anfänge des Staats-und Rechtslebens, S. 262.

3 ) S. Einleitung.

4 ) De Goeje schrieb mir:adschäm sind Marschen". Assyrisch agammu und hebräischägam bedeuten Sumpf.